Führung durch die Ausstellungen „Susanne Krell“ und „Klaus Staudt“
Zwei graphische Positionen: konkret und direkt
Sonntag, 06.05.2012, 11 Uhr
Unter dem Begriff „Grafik“ werden die unterschiedlichsten Richtungen von Kunst auf Papier zusammengefasst. Dr. Heinz Höfchen zeigt in den beiden Ausstellungen „attigitt.projekt – Susanne Krell“ und „Klaus Staudt. Das druckgraphische Werk“, wie unterschiedlich zwei graphische Positionen sein können: Krells künstlerische Arbeit ähnelt einer Reise als Spurensammlerin durch die Welt. Im Mittelpunkt steht die Authentizität, die individuelle Spur eines Ortes, einem Fingerabdruck gleich. Das „attigit.projekt“ (von lat. „attigit“ = „hat berührt“ oder „hat angerührt“) besteht aus Frottagen von den heiligen Orten der drei abrahamitischen Religionen, Christentum, Islam, Judentum. Eine Frottage ist der Abrieb einer Fläche, den man gewinnt, indem man einen Papierbogen auf einen ausgewählten Stein, ein Mauerstück, auflegt und mit Kreide die darunter liegenden Oberflächenstrukturen auf das Blatt überträgt.
Dahingegen steht Klaus Staudts Werk ganz in der Tradition konstruktiv-konkreten Kunstschaffens. Staudts Kompositionsweise unterliegt einem geometrisch-systematischen Denken, das von klaren, einfachen Bildformen ausgeht. Diese Grundformen, wie zum Beispiel Quadrat oder Kreis, werden in zunehmend komplexeren Schritten dekliniert und in ihrer Wirkung untersucht. Technisch ist die Druckgraphik des Künstlers bis auf ganz wenige Ausnahmen vom Siebdruck bestimmt, der der konkreten Bewegung als gewissermaßen „objektive“ und vor allem zeitgenössische Drucktechnik gilt.
Gespräch in der Ausstellung „Das trifft sich“
Hüllen vertrauter Gegenstände – wunderbar präsent
Dienstag, 29.05.2012, 18 Uhr
In welcher Hülle steckt welcher Inhalt? Ist die Hülle der Inhalt? Der in Freiburg lebende Künstler Thomas Kitzinger rückt Materialität und Körperlichkeit seiner Sujets in den Mittelpunkt der Darstellung. Teller, Schüsseln, Schalen, Becher, Agaven, Kakteen, Luftballons oder Kabel sind nicht als wirkliche Dinge einer realen Welt gegenwärtig, sondern als Hüllen vertrauter Gegenstände. Jeder kennt sie, hat sie jedoch in einer solchen „perfekten Realität“ noch nicht gesehen.
Gespräch mit Dr. Annette Reich.