Die Gemäldesammlung

Heinrich Jakob Fried, Blick auf die Madenburg, 1831, Öl auf Leinwand, 34,5 x 44 cm,  mpk, Foto: Günter Balzer, Kaiserslautern
Heinrich Jakob Fried, Blick auf die Madenburg, 1831, Öl auf Leinwand, 34,5 x 44 cm, mpk, Foto: Günter Balzer, Kaiserslautern

Die Gemäldesammlung umfasst ca. 900 Gemälde. Herausragende Exponate in einer exquisiten Auswahl, laden in einer ständigen Präsentation zu vielfältigen Kunstbegegnungen ein. Einen Schwerpunkt bildet die Kunst des 19. Jahrhunderts. Bemerkenswerte, damals zeitgenössische Werke, unter anderem von Anselm Feuerbach, Carl Spitzweg und Johann Wilhelm Schirmer gelangten 1903 durch eine Schenkung des aus Landstuhl stammenden Münchner Hofrats Joseph Benzino in den Bestand und markieren den Beginn der Gemäldesammlung. Bedeutende Beispiele des deutschen Impressionismus, des Expressionismus, der Kunst nach 1945 und vielfältige Positionen des 21. Jahrhunderts setzen weitere Akzente. Amerikanische Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nimmt einen festen Platz in der konzeptionellen Arbeit des Museums ein. Heute konzentriert sich die Sammeltätigkeit des mpk auf internationale zeitgenössische Kunst.

 

Leon Polk Smith, Constellation # 12 Purple Orange Streak, 1973
Leon Polk Smith, Constellation # 12 Purple Orange Streak, 1973, Acryl auf Leinwand, zweiteilig, 295 x 152,4 cm, mpk, Foto: Andreas Kusch, Kaiserslautern, © VG Bild-Kunst Bonn, 2013

Seit Mitte der 1990er-Jahre bildet die amerikanische Kunst einen Schwerpunkt in der Museumsarbeit des mpk. Kürzlich wurden sieben großformatige Werke von Sam Francis, Ron Gorchov, Mary Heilmann, Charles Hinman, Leon Polk Smith, Frank Stella und Neil Williams wieder im Nordflügel der Dauerausstellung installiert, nachdem sie 2012 mit der Ausstellung „Aufbruch – Malerei und realer Raum“ in Berlin, Bochum, Rostock und Würzburg zu Gast waren. Bei ihnen handelt es sich um Dauerleihgaben aus französischem Privatbesitz, die seit 2010 in unserem Hause sind. Aus einem gekonnten Zusammenspiel reduzierter Formen mit der Kenntnis um die Wirkung der Farben entwickeln die Künstlerinnen und Künstler ihre je unterschiedliche künstlerische Ausdrucksstärke. Magisch scheint die Ausstrahlung der Arbeit von Ron Gorchov, dessen Wurzeln in der afrikanischen und indianischen Tradition liegen. Leon Polk Smith erzeugt in seiner Arbeit den Eindruck von Bewegung und Verwandlung, die sich nicht im Raum des Bildes, sondern im realen Raum des Betrachters abspielen, und ihn ins Geschehen einbinden. Sam Francis, der sich in Japan intensiv mit Zen-Buddhismus beschäftigt hat, gibt der Leere als Voraussetzung für Konzentration und Versenkung einen Rahmen. Diese und alle anderen Werke repräsentieren nichts anderes als sich selbst und wandeln dennoch das Sichtbare allmählich zu etwas körperlich Erfahrenem und Gefühltem.