Geheimnisvolle Zwischenwelten

Arvid Boecker, Leiko Ikemura, Martin Streit, Luis Vidal und andere zeitgenössische Positionen

08. Dezember 2010 - 31. Januar 2011

„Geheimnisvolle Zwischenwelten" und „Eisesgrau – Winterbilder" heißen die beiden Projekte, mit denen sich das Museum Pfalzgalerie vom Ausstellungsjahr 2010 verabschiedet.

Ausgangspunkt unserer Überlegungen war es, in Werken der Kunst unterschiedliche Facetten emotionalen Erlebens, von kontemplativer Auseinandersetzung bis zu schockierender Betroffenheit, zu spiegeln.

Arvid Boeckers Ölgemälde sind „absolute", „konkrete" Malerei. Er experimentiert mit einer übergeordneten Wirklichkeit, indem er scheinbar unbegrenzte Bildräume schafft. Geordnete, sich überlagernde Farbstreifen werden, aus weiter Ferne von oben betrachtet, zu Feldern, zu Kulturlandschaften, zu Orten.

Martin Streit deutet den Gegenstand seiner künstlerischen Auseinandersetzung lediglich an. Formen erscheinen und lösen sich wieder auf. Seine neuen, nach dem Prinzip der Camera obscura entstandenen Arbeiten lassen die Grenze zwischen Architektur und Umraum, Realität und Vision verschwimmen. Werke der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura spielen sensibel mit Licht und Dunkelheit, Wachen und Träumen, Diesseits und Jenseits. Im Wissen um die Flüchtigkeit ihres Seins scheinen transparent wirkende Wesen haltlos in einem kosmischen Raum zu schweben. Der Spanier Luis Vidal greift in seinen skulpturalen Werken Tabuthemen wie Kindesmisshandlung und -missbrauch auf, und zeigt das hilflose Ausgeliefertsein der Opfer.

Alle Arbeiten bewegen sich in geheimnisvollen Zwischenwelten, die dem Betrachter unmittelbar nahe und zugleich rätselhaft entrückt erscheinen.

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