Pfalzpreis für Bildende Kunst 2021 in der Sparte Plastik

10. September 2021 - 03. Oktober 2021

Michael Dekker erhielt 2014 den Nachwuchspreis Plastik: Blick in die Preisträger-Ausstellung im mpk 2015 mit seiner monumentalen Arbeit „Broken Platforms“ von 2015 (Foto und © Studio Michael Dekker)
Ansicht der Ausstellung des Nachwuchspreisträgers 2015 Michael Dekker: BROKEN PLATFORMS, 2015,

Alle zwei Jahre schreibt der Bezirksverband Pfalz den Pfalzpreis für Bildende Kunst aus, der abwechselnd in verschiedenen Sparten vergeben wird; 2021 in der Sparte Plastik. Ziel ist es, die kulturelle Entwicklung der Region zu fördern, und durch Leistungsanerkennung Künstlerinnen und Künstler in ihrem Schaffen zu unterstützen. Der Pfalzpreis wird in Form eines Hauptpreises und eines Nachwuchspreises vergeben; letzterer an Bewerber/innen bis zum Alter von 35 Jahren. Die Richtlinien der Preisvergabe verlangen entweder einen persönlichen Bezug der Teilnehmer/innen zur Pfalz oder einen sachlichen Zusammenhang mit der Pfalz, der aus ihrer Arbeit hervorgeht.

Eine öffentliche Vernissage kann in diesem Jahr leider nicht stattfinden.

 

Preisträgerin Hauptpreis

Fritzi Haußmann

*1970 Frankenthal
lebt in Frankenthal

Für die Ausstellung im Museum Pfalzgalerie hat Fritzi Haußmann eine ortsspezifische Installation entwickelt. Das aktuell bevorzugte Arbeitsmaterial der Künstlerin sind ausgediente Fahrradschläuche, denen über die Verarbeitung durch die Künstlerin neues Leben eingehaucht wird.
Die dunkle Oberfläche der anthropomorphen Objekte mit den Nuancen des schwarz, silbrig und seidig schimmernden Gummis entfaltet eine unheimliche Lebendigkeit. Schattige Zwischenräume absorbieren das Licht, während der Geruch des Materials eine olfaktorische Erweiterung des Wahrnehmungsraumes bietet.
Die Objekte und Installationen weisen nicht nur einen faszinierend organischen Charakter auf, als seien sie wesenhafte Gebilde, die Wand und Boden bedecken. Ihre Formen lassen sich sogar bewegen und verändern, denn die Künstlerin nutzt den Begriff der erweiterten Plastik für ihre Arbeit, wenn sie die Objekte für Performances und Interaktionen mit dem menschlichen Körper aktiviert. Haußmann schafft für diesen interaktiven Prozess Werkfragmente, die wie Fortsetzungen menschlicher Gliedmaßen einsetzbar sind, gewissermaßen ästhetische Prothesen des Körperlichen – aber auch als Ausdehnung und Überschreitung des musealen Raumes.

Sebastian Baden

Fritzi Haußmann vor ihrem Werk tube object, 2019/20, Installation mit Gummi, Nylon, Lack, Maße variabel, Foto HD, mpk, Kaiserslautern, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Fritzi Haußmann, kontaktarm, 2020/21, Video-Performance, 4 Sequenzen, 6.30 min, Foto Fritzi Haußmann, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Preisträgerin Nachwuchspreis

Theresa Lawrenz

* 1991 Mainz
lebt in Mainz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Kaiserslautern im Fachbereich Architektur/künstlerisches Gestalten

»hold in trust« besteht aus glatt gegossenen Betonelementen, die das Bild einer Mauer ergeben. Aussparungen im Beton werden passgenau von Bauschuttstücken gefüllt. Diese gefundenen Teile von Baustellen, die nur flüchtig im Stadtraum sichtbar sind und dann Platz für das Neue machen, werden hier einvakuumiert, verwahrt, präsentiert. Fragen des Zusammenspiels von verschieden alten (Bau-)Materialien sowie des Materialkreislaufs der Bauindustrie werden hier aufgegriffen. Das Stadtbild ist in ständiger Veränderung, wie lässt sich Vergehendes sichtbar machen, erhalten, erinnern?

Theresa Lawrenz: „Wesentliche Bezugsquelle meiner Arbeiten ist die Stadt Ludwigshafen mit ihren Baustellen.“

Theresa Lawrenz vor ihrem Werk hold in trust, 2019, Betonguss, in Folie eingeschweißte Bauschuttstücke, ca. 60 x 300 x 30 cm, Foto HD, mpk, Kaiserslautern, © Theresa Lawrenz, Mainz

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