Auf den Punkt gebracht - 15 Minuten Kunst

Mittwoch, 01.08.2018, 12.30 Uhr

Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami
Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami

„Snow White" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Abbas Kiarostami"
Dr. Heinz Höfchen

Abbas Kiarostami gehört zu den wichtigsten iranischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als einer der großen Regisseure des Weltkinos. Neben seiner Filmkunst steht gleichbedeutend ein herausragendes fotografisches Schaffen, das es zu entdecken gilt. Besonders in der schwarz-weißen Fotoserie Snow White findet der Künstler zu einer poetisch geprägten, minimalistischen Auseinandersetzung mit Landschaften seiner persischen Heimat. 
Es sind Winterlandschaften mit dem Motiv der unberührten Schneedecke, oft zeigt der Fotograf einzeln stehende Bäume oder Baumgruppen in meditativer Einsamkeit und Ruhe. Die Licht- und Schattenwirkungen der Snow White – Fotografien sind von großer grafischer Eindringlichkeit und kombinieren persische Tradition mit den formalen Entwicklungen der Abstraktion und Konkretion. Das Lakonische der Bildsprache Kiarostamis findet sich auch in der Lyrik des Künstlers, in der das Schnee-Motiv wie in der Fotografie eine große Rolle spielt. Umfassende Augenblicksgedichte wie „Es schneit / Aus einer schwarzen Wolke / Schneeweiss" erinnern an die japanische Gedichtform des Haiku - mit wenigen Worten ein Gefühl für Alles erzeugen und dabei Alles zu befragen: „Wenn ich es recht bedenke / Verstehe ich nicht / Warum der Schnee so weiß ist".

 

Mittwoch, 15.08.2018, 12.30 Uhr

André Masson, Couple dans un jardin, 1962/63, Öl, Sand, Leim auf Leinwand, 105 x 100 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
André Masson, Couple dans un jardin, 1962/63, Öl, Sand, Leim auf Leinwand, 105 x 100 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

„André Masson" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung´
Sabrina Wilkin M.A.

Der als Graphiker und Maler bekannte Künstler André Masson (1896-1987) berührte und beeinflusste durch sein vielschichtiges Werk mehrere Kunststile, darunter den Surrealismus, das lyrische Informel oder auch den abstrakten Expressionismus. Sein farbenprächtiges Gemälde „Couple dans un jardin" von 1962-63 steht im Fokus unserer Kurzführung.

André Masson gilt als Erfinder der Technik der écriture automatique (automatische Handschrift), die Irrationales und Unbewusstes erstmals in die Kunst einfließen ließ und damit einer völlig neuen Art der Gestaltung den Weg ebnete. Auf dieser Technik, die besonders von den Surrealisten angewendet wurde, fußen weitere Stilrichtungen in Europa und den USA.
In dem Gemälde „Couple dans und jardin" (zu Deutsch „Ein Paar im Garten") aus der Sammlung des mpk kombiniert Masson leuchtende Farben in verschiedenen Kontrasten mit einem einzigartigen Pinselduktus. Auch ungewöhnliche Materialien wie beispielsweise Sand finden Verwendung. Seine Bildwelten sind geprägt von einer besonderen Dynamik, die uns bei diesem Gemälde durch das Zusammenspiel verschiedener Gegensätze und Kontraste ins Auge fällt. Das Bildmotiv spielt dabei mit Assoziationen sowie scheinbar bekannten, jedoch nicht gänzlich greifbaren Formen, die ganz im Sinne des Surrealismus aus dem Unterbewussten erschaffen zu sein scheinen.


Vergangene Ausgaben

Walter Moroder, Drap (Detail), 2012. Foto mpk © Künstler
Walter Moroder, Drap, 2012. Foto mpk © Künstler

Mittwoch, 18.07.2018, 12.30 Uhr

„Walter Moroder" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Jessica Neugebauer M.A.

In nuancenreichen Facetten zeigt Walter Moroder die menschliche Figur. Der aus Südtirol stammende Künstler steht mit seinen Holzskulpturen in der Tradition der Schnitzkunst seiner Heimat. Diese Tradition aber zugleich auch Innovation spiegelt sich in dem rätselhaft anmutigen Körperausdruck der Skulptur „Drap" in der Sammlung des mpk wider.

Die lebensgroße weibliche Figur scheint anwesend und abwesend – sie wirkt scheinbar vertraut doch zugleich fremd. Sie ruht in sich und scheint innerlich von etwas erfüllt zu sein, das sich dem Betrachter letztendlich nicht erschließt. Der Künstler hat diese Skulptur in einer eigenen Formensprache entwickelt, die gemeinsam in knappen 15 Minuten entdeckt und besprochen wird.

 


Abb.: Unbekannt, Christus als Schmerzensmann, Ende 15. Jhd., Foto und © mpk
Unbekannt, Christus als Schmerzensmann, Ende 15. Jhd., Foto und © mpk

Mittwoch, 04.07.2018, 12.30 Uhr

„Christus als Schmerzensmann" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Sabrina Wilkin M.A.

Darstellungen von Christus existieren schon seit dem 2. Jhd. Noch heute begegnen wir Ihnen immer im religiösen Kontext, ihre Bedeutung hat sich jedoch gewandelt. Im Fokus unserer Kurzführung soll die Skulptur „Christus als Schmerzensmann" aus dem 15. Jhd. und deren Wirkung damals und heute stehen.

Die deutsche Kunst des Mittelalters, wir sprechen in etwa von der Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert, war hauptsächlich religiös geprägt. Die Kirche war der größte Auftraggeber für Künstler und Kunsthandwerker und bestimmte maßgeblich die Gestaltung der entsprechenden Arbeiten. Auch die Skulptur aus dem Bestand des mpk gehört in eine Kategorie bestimmter Darstellungstypen von Jesus Christus, die mit einer gewissen Intention und Funktion gefertigt wurden. Der zeitgeschichtliche Kontext, die Darstellung und Wirkung sollen in unserer Kurzführung näher beleuchtet werden.

 

Käthe Kollwitz, Pietà, 1937, Bronze. Foto und © mpk
Käthe Kollwitz, Pietà, 1937. Foto und © mpk

Mittwoch, 20.06.2018, 12.30 Uhr

„Käthe Kollwitz" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Jessica Neugebauer M.A.


Käthe Kollwitz (1867-1945) gilt als eine der bedeutendsten Bildhauerin und Grafikerin der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Besitz des mpks befinden sich Grafiken, eine Skulptur sowie ein Porträt der Künstlerin, welches von Leon von König 1941 gemalt wurde. Im Mittelpunkt der 15-minütigen Kunstpause steht die Skulptur „Pietà" von 1937. Die Künstlerin setzt sich hier mit dem Tod ihres, im Ersten Weltkrieg in Flandern gefallenen, Sohnes Peter auseinander. Neben der Lebensgeschichte der Künstlerin sowie der Betrachtung der Skulptur im Kontext ihrer Entstehungszeit, wird auch die Tradition der Darstellungsform einer „Pietà" erläutert.

 


Hans Hofmann, Untitled (St. Tropez), 1929, Tusche und Bleistift auf Pergament, montiert auf Karton, 27,9 x 35,6 cm, Foto: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled (St. Tropez), 1929, Tusche und Bleistift auf Pergament, montiert auf Karton, 27,9 x 35,6 cm, Foto: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mittwoch, 06.06.2018, 12.30 Uhr

Lautern liest! Literarische Mittagspause in der Sonderausstellung „Hofmanns Wege" (Eintritt frei)
mit Dr. Annette Reich

Als Vertreter des Abstrakten Expressionismus war Hans Hofmann (1880-1966) eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine Karriere als Lehrer und Künstler startete er Mitte der 1930er-Jahre in den USA. Die Sonderausstellung im mpk zeigt nun das zuvor entstandene, bislang weitgehend unbekannte zeichnerische Œuvre. Porträt- und Landschaftszeichnungen, die in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre entstanden sind, stehen im Mittelpunkt der Präsentation. Kuratorin Dr. Annette Reich wirft in der literarischen Mittagspause im Rahmen von „Lautern liest!" einen Blick auf philosophische Fragestellungen, die 1919 bis 1929 virulent waren und liest aus Wolfram Eilenbergers „Zeit der Zauberer".

 

Hans Hofmann, Untitled, 1929, Tusche auf Papier, Foto Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York; VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled, 1929. Tusche auf Papier, Foto Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York; VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mittwoch, 16.05.2018, 12.30 Uhr

„Mit Tusche und Bleistift" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Hofmanns Wege" 
Dr. Annette Reich

Unter den frühen Zeichnungen von Hans Hofmann befinden sich neben Porträts, Figuren und abstrakten Motiven, eine große Anzahl Landschaften. Die 1929 datierte Serie mit Ansichten von Saint-Tropez ist während eines Sommerkurses entstanden, den Hofmann für seine Studenten veranstaltet hat. Variantenreich nähert er sich dem Motiv. Punkte, Striche, dichte Schraffuren oder locker geschwungene Linien kennzeichnen die bis zur Expressivität gesteigerten Tuschezeichnungen. Nahezu poetisch dagegen wirkt die in der Ausstellung älteste, in Bleistift ausgeführte Landschaft aus dem Jahre 1914. Dr. Annette Reich, Kuratorin der Ausstellung, erläutert Hofmanns zeichnerische Arbeitsweise.


Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 02.05.2018, 12.30 Uhr

„Selbstbildnisse" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt - Impression und Phantasie"
Dr. Heinz Höfchen

Neben der künstlerischen Entwicklung Max Slevogts zwischen Freilichtmalerei und Impressionismus fasziniert in unserer Ausstellung eine ganze Reihe von Selbstbildnissen des Künstlers: Er zeigt sich in einer Bleistiftzeichnung von 1899 als jugendlicher Dandy, in der radierten Meditation als Katzenfreund, schließlich im Selbstbildnis mit Judith auf der Suche nach malerischer Identität. Eines seiner Hauptwerke im mpk, das in Godramstein gemalte Familienbild von 1911, stellt ihn mit Frau und Kindern sowie den beiden Großmüttern vor. In den Selbstbildnissen gibt er sich Rechenschaft über die Veränderungen seiner Lebensumstände und seiner Physiognomie – er malt sein Leben.

 

Max Slevogt, Winterlandschaft bei Neukastel, 1927, Öl auf Leinwand, mpk Gemäldesammlung, Foto und © mpk
Max Slevogt, Winterlandschaft bei Neukastel, 1927, Öl auf Leinwand, mpk Gemäldesammlung, Foto und © mpk

Mittwoch, 18.04.2018, 12.30 Uhr

„Pfälzer Landschaft" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt - Impression und Phantasie"
Dr. Annette Reich

In vielen seiner Landschaftsbilder hat Max Slevogt der Pfalz ein malerisches Denkmal gesetzt. Die „Winterlandschaft bei Neukastel" aus dem Jahr 1927, die man in der Sonderausstellung zum 150. Geburtstag des Malers im mpk betrachten kann, ist dafür ein bedeutendes Beispiel. 1868 in Landshut/Bayern geboren, kam Slevogt bereits als Kind gerne nach Landau, wo eine Tante seiner Mutter wohnte. 1898 heiratete er die Pfälzerin Antonie Finkler und kaufte 1914 oberhalb von Leinsweiler das Hofgut Neukastel. Dort verbrachte er stets die Sommerferien und fand in der pfälzischen Landschaft zahlreiche Motive für seine impressionistische Freilicht-Malerei.

 

Malte Spohr, sw III 0, 2015, Farb- und Bleistift auf Bütten, Privatbesitz Berlin. Foto Paul Schöpfer, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mittwoch, 04.04.2018, 12.30 Uhr

„Horizontal" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Malte Spohr – Aufzeichnungen"
Jessica Neugebauer M.A.

Malte Spohr zählt zu den wichtigsten deutschen zeitgenössischen Zeichnern. Dass seine Werke ausschließlich aus horizontal gezogenen Linien bestehen, wird dem Betrachter erst aus der Nahsicht deutlich. Mit einigem Abstand wecken die Zeichnungen Assoziationen an Naturphänomene: Wolkenformationen, mikroskopische Untersuchungen, Landkarten oder Eisschollen – viele Deutungen sind möglich und vom Künstler auch so gewollt.
Spohr hat über die Jahre hinweg, obwohl seine Blätter ausgesprochen variantenreich sind, verschiedene Konstanten in seinem Werk beibehalten. Eine davon ist, dass er ein Blatt immer mit horizontalen und nie mit vertikalen Linien füllt. In „15 Minuten Kunst-Pause" werden das eindrucksvolle Schaffen Spohrs beleuchtet und die Technik des Künstlers erläutert.

 

Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 21.03.2018, 12.30 Uhr

„Impression und Freilicht" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt – Impression und Phantasie"
Dr. Heinz Höfchen

Ein besonderes Augenmerk im Gespräch gilt der stilistischen Einordnung der künstlerischen Entwicklung Max Slevogts zwischen Freilichtmalerei und Impressionismus: Es ist die Suche nach den Farbwirkungen unter natürlichen Lichtverhältnissen, weg vom Dämmerlicht der Ateliers. Wesentliche Eigenart der entwickelten Malerei Slevogts wird damit eine emanzipierte Auffassung des Lichts, das die Darstellung durchfließt und in seiner Natürlichkeit akzeptiert wird, was bedeutet, dass die Lichtführung nicht mehr den kompositorischen Erfordernissen der Bildorganisation unterworfen ist. Es zeigt sich eine frische Helligkeit der Farbgebung, die die Intensität der Beleuchtung in der Natur reflektiert, besonders eindringlich sichtbar im „Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein".

 

Malte Spohr, pw 2, 2016, Farb- und Bleistift auf Bütten, Galerie Inga Kondeyne, Berlin. Foto Markus Hawlik, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mittwoch, 07.03.2018, 12.30 Uhr

„Von oben nach unten" (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Malte Spohr – Aufzeichnungen"
Jessica Neugebauer M.A.


Malte Spohr zählt zu den wichtigsten deutschen zeitgenössischen Zeichnern. Dass seine Werke ausschließlich aus parallel untereinander gezogenen Linien bestehen, wird dem Betrachter erst aus der Nahsicht deutlich. Mit einigem Abstand wecken die Zeichnungen Assoziationen an Naturphänomene: Wolkenformationen, mikroskopische Untersuchungen, Landkarten oder Eisschollen – viele Deutungen sind möglich und vom Künstler auch so gewollt.

Spohr hat über die Jahre hinweg, obwohl seine Blätter ausgesprochen variationsreich sind, verschiedene Konstanten in seinem Werk beibehalten. Eine davon ist, dass er ein Blatt immer „von oben nach unten" mit Linien füllt. In „15 Minuten Kunst-Pause" werden das eindrucksvolle Schaffen Spohrs beleuchtet und die Technik des Künstlers erläutert.

 

Malte Spohr, Panorama e. S. III A, 2011, Farb- und Silberstift auf Bütten, 21 x 119 cm, Courtesy Galerie Werner Klein, Köln. Foto Markus Hawlik, Berlin © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mittwoch, 21.02.2018, 12.30 Uhr

„Lineare Zeichnung" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Malte Spohr - Aufzeichnungen"
Dr. Heinz Höfchen

Ein besonderes Augenmerk im Gespräch gilt der Linie in den Zeichnungen Malte Spohrs. Der Künstler hat dabei für seine ästhetischen Zwecke ein eigenes zeichnerisches Verfahren entwickelt. Mit parallel untereinander gezogenen Linien füllt er in einem langsamen zeichnerischen Prozess das Blatt von oben nach unten. In seiner einfühlsamen Empfindung lebt Spohrs Arbeit von der sinnlich-konkreten Beschäftigung mit Intensität und Rhythmus der Lineatur. Spohrs Zeichnungen beruhen auf eigenen Fotografien, die für ihn die Funktion von Skizzen annehmen: er reduziert die Aufnahmen am Rechner unter Negierung von Binnenzeichnung auf eine Grundstruktur aus hellen und dunklen Partien, die in ihrer Komplexität und ihrer Übersetzung ins Zeichnerische strukturelle Realität abbilden.

 

Drachenkopf, Detail eines kleinen Truhenschlosses mit reichem pflanzlichen Dekor, um 1500, Eisen. Foto und © mpk

Mittwoch, 07.02.2018, 12.30 Uhr

„Unerwünschter Zutritt" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Jessica Neugebauer M.A.


Wie sahen Schlösser im Mittelalter aus und welche Schutzmaßnahmen waren ihnen inne? Wie hat sich unser Bedürfnis nach Privatsphäre über die Jahrhunderte entwickelt? Sind wir uns bewusst was Big-Data alles über uns weiß? Diesen Fragen wird in der 15-Minuten Kunstpause auf den Grund gegangen.

Dabei wird aufgezeigt, wie in früheren Zeiten wertvolles Eigentum und wertvolle Botschaften geschützt wurden und wie wir heute damit umgehen. Welche Risiken und welche Chancen ergeben sich durch unser heutiges mediales Verhalten und der Weiterentwicklung der Technik?

 

Abb.: Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn.

Mittwoch, 17.01.2018, 12.30 Uhr

„Verschluss und Verschlüsselung" (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Jessica Neugebauer M.A.

Wie aufwendig Schlösser im 15. und 16. Jahrhundert hergestellt wurden um Wertvolles zu schützen und wie einfach wir heute unsere Daten ohne Schutz preisgeben – das wird in der „15 Minuten Kunst" Mittagspause anhand verschiedener Objekte der derzeitigen Sonderausstellung erläutert.

Über den Cäsar-Code und das manuelle „One-Time-Pad"-Verfahren bis zur maschinellen Chiffrier-Maschine, von denen die bekannteste die Enigma ist, werden verschiedene Verschlüsselungsformen vorgestellt. Es wird deutlich, wie in früheren Zeiten wertvolles Eigentum und wertvolle Botschaften geschützt wurden und wie wir heute damit umgehen.

 

Keuschheitsgürtel, Süddeutschland / Österreich, 19. Jh., Eisen (geschmiedet), 23 cm Durchmesser, Schell Collection Graz, Inv.-Nr.: 6221. Foto und © Schell Collection, Graz

Mittwoch, 15.11.2017, 12.30 Uhr

„Mythos Keuschheitsgürtel“ (Eintritt frei)
In der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data“
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Die Verbreitung und Anwendung von Keuschheitsgürteln ist unter Historikern äußerst umstritten. Vermutlich stammt die Erfindung aus der Zeit der italienischen Frührenaissance. Es ist also keineswegs wissenschaftlich gesichert, dass die Ritter - während sie sich auf Kreuzzug befanden - ihre Gattinnen und eventuelle Mätressen in Eisen legten, um deren Treue und Keuschheit während ihrer Abwesenheit sicherzustellen, wie es verschiedene Legenden besagen.

Einleuchtend klingt die These, dass sich manche Frauen der vergangenen Jahrhunderte diesen Keuschheitsgürtel bei Bedarf selbst anlegten, um bei Raubzügen oder Überfällen durch irgendwelche Feinde oder bei weiten Reisen gegen drohende Vergewaltigungen geschützt zu sein. Eine weitere Theorie besagt, dass Keuschheitsgürtel als Folter- und Marterinstrumente verwendet oder in Nonnenklöstern als Instrumente der Zucht benutzt wurden.

Welche Mythen beruhen auf Fakten und welche wissenschaftliche Erkenntnisse haben wir zu diesem Gegenstand? Dies erfahren Sie kompakt in „15 Minuten Kunstpause.“

 


Charles Pollock, #99, 1968, Acryl auf Leinwand, 213 x127 cm, Charles Pollock Archives, Paris. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 18.10.2017, 12.30 Uhr

„Farbfelder" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Jessica Neugebauer M.A.

Charles Pollocks Farbfeldmalerei steht im Fokus der 15-minütigen Kunstpause im mpk am 18.10.17. Was unterscheidet seine Malerei von der seines berühmten Bruders Jackson Pollock, der durch seine „Drippings" und das „Action Painting" bekannt wurde?

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

 

 

Charles Pollock, Rome Eight, 1963, Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm, Charles Pollock Archives, Paris, Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives

Mittwoch, 04.10.2017, 12.30 Uhr

„Der Künstler in Rom" (Eintritt frei)
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"

Dr. Annette Reich

1962/63 entstand in Rom eine Serie, bestehend aus Gemälden, Aquatinten und Zeichnungen, in der Charles Pollock die Beziehung zwischen Form und Farbe variierte und intensivierte. Pollock war mit seiner Frau Sylvia während eines Sabbatjahres in Europa unterwegs und besuchte unter anderem Italien. „Rome Eight" aus dem Jahr 1963 wirkt wie ein Vexierbild. Mal tritt die schwarze Fläche in der Mitte plastisch hervor, ein andermal heben sich zwei Farbfelder in gleichem Farbton vor schwarzem Hintergrund ab. Indem der Maler die Flächen nach allen Seiten hin offen lässt, erzielt er eine monumentale Wirkung. Kuratorin Annette Reich erläutert Pollocks Intention und Arbeitsweise, die zeigen, mit welch experimentellem Potential der amerikanische Künstler seinen Weg verfolgte.

 

 

Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.
Charles Pollock, Untitled, 1966, Acryl auf Leinwand, 183 x 127 cm, Privatsammlung, München / Courtesy american contemporary art GALLERY, München. Foto und © Charles Pollock Archives.

Mittwoch, 06.09.2017, 12.30 Uhr (Eintritt frei)

„Pollock der Ältere"
Werkbetrachtung in der Ausstellung „Pollock der Ältere. Meister der Farbe"
Jessica Neugebauer M.A.

Jackson Pollock – die gefeierte Ikone des amerikanischen „Action Paintings" – hat seinen Platz in der Kunstwelt gefunden. Doch wer war Pollock der Ältere? In „Auf den Punkt gebracht" liegt der Fokus auf Charles Pollock, dem ältesten von fünf Söhnen der Familie Pollock.

Erstmals werden die Werke von Charles Pollock in einem deutschen Museum gezeigt. Seine Arbeiten lassen sich der Strömung der Farbfeldmalerei (Color Field Painting) zuordnen. In 15 Minuten Kunstpause wird die Familie Pollock beleuchtet und verdeutlicht, worin sich das künstlerische Schaffen der beiden berühmten Brüder unterscheidet.

 

 

 

 

 

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