Auf den Punkt gebracht - 15 Minuten Kunst

Mittwoch, 20.02.2019, 12.30 Uhr

Abb.: Hans Kellner (1553 - 1609), Jungfrauenbecher, Nürnberg, 1593/1602, Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, vergoldet, kalt bemalt. Foto und © mpk
Abb.: Hans Kellner (1553 - 1609), Jungfrauenbecher, Nürnberg, 1593/1602, Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, vergoldet, kalt bemalt. Foto und © mpk

„Nürnberger Goldschmiedekunst des ausgehenden 16. Jahrhunderts“ (Eintiritt frei)
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Die handwerkliche Präzision der Goldschmiedearbeit erstaunt bis heute. Wie ist es möglich, Silberblech so dünn auszuarbeiten ohne dass ein einziger Riss entsteht? Hans Kellner (1553-1609) gehört neben Hans Pezolt (1551-1633) und Christoph Jamnitzer (1563-1618) zu den bedeutendsten Nürnberger Goldschmieden der Zeit um 1600. Er wurde 1582 in Nürnberg als Meister in das Goldschmiedehandwerk aufgenommen. Weltweit gibt es von ihm gerade mal 20 Stücke. Neben dem Grünen Gewölbe zu Dresden oder dem Bayerischen Nationalmuseum in München besitzt auch das mpk  eine seiner der  plastisch äußerst qualitätvollen Arbeiten. Was sie ausmacht? Dazu mehr mit Dr. Svenja Kriebel in 15 Minuten Kunst.

 

 



Vergangene Ausgaben

Mittwoch, 06.02.2019, 12.30 Uhr

Nobuyuki Tanaka, Inner Side – Outer Side, 2016, Lack auf Hanf. Foto: Andreas Kusch, mpk © Nobuyuki Tanaka
Nobuyuki Tanaka, Inner Side – Outer Side, 2016, Lack auf Hanf. Foto: Andreas Kusch, mpk © Nobuyuki Tanaka

„Zu den Ursprüngen und zurück" (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Nobuyuki Tanaka – Urformen“
Sabrina Wilkin M.A.

Wasser und Erde – zwei Elemente die schon seit Anbeginn des Lebens existieren. Ihr Wesen übersetzt der Künstler Nobuyuki Tanaka in großformatige Lack-Skulpturen von enormer Ausstrahlungskraft. Lichtreflexe auf schwarzem Lack muten wie fließendes Wasser an, während faserhafte Strukturen in rot-braun das Bild von Erde erwecken, ohne ein konkretes Natur-Motiv zu verkörpern. Entdecken sie in einem gemeinsamen Rundgang die außergewöhnliche Arbeitsweise des japanischen Künstlers.

Der ungewöhnliche Werkstoff Lack, den Nobuyuki Tanaka für seine Arbeiten verwendet, ist kein Industrieprodukt, sondern ein natürliches Material. Gewonnen wir der sogenannte „Urushi“ (Japanlack) aus dem Saft des Lackbaumes, der nur in wenigen Gebieten Ostasiens wächst. So nutzt der Künstler einen in Japan seit Jahrtausenden verarbeiteten, natürlichen Stoff, um Natur zu verkörpern. Für Tanaka birgt der Lack eine mysteriöse Schönheit, die er entgegen aller Konvention nicht durch die Erschaffung von traditionellem Kunsthandwerk, sondern in Form von zeitgenössischer, abstrakter Skulptur ausdrückt.

 



Mittwoch, 16.01.2019, 12.30 Uhr

Philipp Hennevogl, Fluss, 2013, Linolschnitt. Foto und © Künstler
Philipp Hennevogl, Fluss, 2013, Linolschnitt. Foto und © Künstler

„Das Ornament bei Hennevogl“ (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Philipp Hennevogl – Unrat und Natur“
Jessica Neugebauer M.A.

Philipp Hennevogl gibt in seinen Werken einen ganz persönlichen Blick auf Architektur, Natur und seine alltägliche Umgebung wieder. In zahlreichen früheren Werken verwendete der Künstler ein Ornament zur Hintergrundgestaltung. Neuere Arbeiten zeigen zwar kaum noch detailreiche Ornamentik, doch scheinen den Künstler weiterhin Muster und Struktur zu interessieren. In knappen 15 Minuten spüren wir die verschiedenen Elemente in Hennevogls Linolschnitten auf und diskutieren diese.

 


Nobuyuki Tanaka, Imaginary Skin III, 2016, Lack auf Hanf, 26 x 143 x 67 cm. Foto: Gunther Balzer © Nobuyuki Tanaka
Nobuyuki Tanaka, Imaginary Skin III, 2016, Lack auf Hanf, 26 x 143 x 67 cm. Foto: Gunther Balzer © Nobuyuki Tanaka

Mittwoch, 05.12.2018, 12.30 Uhr

„Handarbeit und Kunst" (Eintritt frei)
in der Ausstellung „Tanaka"
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Kann man Handarbeit spüren? Makellos - eine der vielen Umschreibungen der Lackskulpturen von Nobuyuki Tanaka. Perfektion in der Linienführung und im Einsatz der aufwendigen Lacktechnik . Und trotz der Exaktheit der Ausführung ist der Unterschied zu einem maschinell lackierten,  mitunter gleichfalls kunstvoll geschwungenen Autoteils deutlich. Was macht den Unterschied aus? Dazu knapp und kurz in unserer 15 Minuten Führung am Mittag mit Dr. Svenja Kriebel .

 

 

 

 

 


Rozbeh Asmani 72 Colourmarks, 2017, 72 Offsetprints auf Papier, 95 Sonderfarben + CMYK, je 32 x 23,5 cm, Auflage 7+1 AP, Ausstellungsansicht Kunsthalle Düsseldorf, 2018. Courtesy of the artist + Galerie Werner Klein, Köln
Rozbeh Asmani 72 Colourmarks, 2017, 72 Offsetprints auf Papier, 95 Sonderfarben + CMYK, je 32 x 23,5 cm, Auflage 7+1 AP, Ausstellungsansicht Kunsthalle Düsseldorf, 2018. Courtesy of the artist + Galerie Werner Klein, Köln

Mittwoch, 21.11.2018, 12.30 Uhr

„Farbmarken“ (Eintritt frei)
In der Ausstellung „Wem gehört die Farbe?“
Jessica Neugebauer M.A.

Was genau sind „Farbmarken“, was hat man sich unter dem Begriff vorzustellen? In der Ausstellung „Wem gehört die Farbe?“ zeigt der Künstler Rozbeh Asmani neben Plastiken und anderen Druckgrafiken, 72 rechteckige Offsetdrucke, die den Titel „72 Colourmarks“ (dt. 72 Farbmarken) tragen. Der Künstler kam 2009 mit dem so genannten Farbmarkenschutzgesetz in Berührung. Was dieses beinhaltet und wie der Künstler damit umgeht erfahren sie in knappen 15 Minuten Kunst in der Mittagspause.

 


Nobuyuki Tanaka, Imaginary Skin II und III, 2016. Foto: Gunther Balzer, © Nobuyuki Tanaka

Mittwoch, 07.11.2018, 12.30 Uhr

„Zwischen Tradition und Abstraktion" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Tanaka"
Sabrina Wilkin M.A.

Der japanische Künstler Nobuyuki Tanaka hat sich ganz dem ungewöhnlichen Material Lack verschrieben. In Japan seit Jahrtausenden verwendet, nutzt Tanaka diesen jedoch nicht in traditioneller Weise als Überzug, sondern lässt ihn selbst zur Skulptur werden. So entstehen große, eindrucksvolle Arbeiten in abstrakter Formensprache. Entdecken sie bei einem gemeinsamen Rundgang Tanakas außergewöhnliche Werke, deren Ästhetik sich zwischen Tradition und Abstraktion bewegt. 

In Ostasien wird Lack als traditioneller Werkstoff seit langer Zeit von Handwerkern verarbeitet, meist für Gefäße wie Schüsseln oder auch Schränke. Aufgrund des seltenen Vorkommens des Lackbaumes, aus dessen Saft das besondere Material gewonnen wird, fand dieses in Europa bisher nur wenig Verwendung. In unserer Ausstellung bietet sich nun die Gelegenheit, die besondere Ästhetik des Lacks kennen zu lernen. Inspiration für seine zum Teil überlebensgroßen, hochglanzpolierten Skulpturen findet der Künstler im Ursprünglichen – der Natur und allem dem Leben zugrunde Liegenden. Durch den besonderen Glanz des Lacks vermag er es, scheinbar fließende Formen von beeindruckender, schlichter Schönheit zu erschaffen.

 


Johann Heinrich Roos, Kinderbildnis der Liselotte von der Pfalz, um 1665, Öl auf Leinwand, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Johann Heinrich Roos, Kinderbildnis der Liselotte von der Pfalz, um 1665, Öl auf Leinwand, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 17.10.2018, 12.30 Uhr

„Johann Heinrich Roos - Bedeutendster Tiermaler des deutschen Barock" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Dr. Heinz Höfchen

Er ist wohl der bedeutendste Künstler, den die Pfalz bis heute hervorgebracht hat: Der Maler und Graphiker Johann Heinrich Roos, geboren am 29. September 1631 in Otterberg, lutherisch getauft wenig später in Reipoltskirchen. Hirten- und Tierdarstellungen in einer idealisierten italienischen Campagnalandschaft mit römisch-antiken Ruinen waren seine bevorzugten Motive, wobei Roos besonders im Tierbild zu außergewöhnlicher Meisterschaft gefunden hat. Seinen Zeitgenossen galt er als „Raffael aller Viehmaler“ und Goethe, der die Blätter von Roos sammelte, äußerte gegenüber Eckermann seine Bewunderung über Roos‘ Einfühlungsvermögen in die Psyche der Schafe, Ziegen und Kühe. Tatsächlich gilt Johann Heinrich Roos als bedeutendster deutscher Tiermaler des 17. Jahrhunderts und seine Tierdarstellungen blieben bis in die Moderne vorbildhaft und hoch geschätzt.

Im Laufe der Wirren des 30jährigen Krieges verschlägt es die Familie Roos zunächst nach Zweibrücken, später an den Niederrhein und schließlich nach Amsterdam. Dort beginnt der junge Johann Heinrich 1647 eine Malerlehre bei dem Historienmaler Guilliam Dujardin und wird in der Folge stark von den holländischen Meistern Nicolaes Berchem und Karel Dujardin beeinflusst. Ab 1651 ist Roos wieder in Deutschland. Es wird vermutet, dass er in dieser Zeit auch nach Italien reist, belegt werden kann ein Italienaufenthalt jedoch nicht. 1654 ist Roos zusammen mit seinem Bruder Theodor am Hof des Landgrafen Ernst von Hessen in Rheinfels nachweisbar. Er heiratet 1656 in St. Goar die Pfarrerstochter Anna Emmerich, die ihm sieben Kinder schenkt. 1664 bis 1667 bekleidet Roos unter Kurfürst Carl Theodor die Stelle als Hofmaler am kurfürstlichen Hof in Heidelberg, er portraitiert dort u.a. die junge Liselotte von der Pfalz. 1667 zieht Roos mit seiner Familie nach Frankfurt am Main. Er ist mit großem Erfolg, nicht zuletzt durch viele Bildnisaufträge, Maler in der Bürgerstadt und bringt es dort zu Ansehen, Vermögen und einem prächtigen Haus auf der Zeil. Am 3. Oktober 1658 stirbt der Künstler an den Folgen der Verletzungen, die er sich beim Brand dieses Hauses zugezogen hat. Seine vier Söhne wurden ebenfalls Maler und so gilt Johann Heinrich Roos auch als Stammvater einer erfolgreichen Künstlerdynastie.

 


Phil Sims, Tea Bowl, 2007. Keramik mit Ascheglasur, 9 x 13,7 x 11,3 cm. Foto und © Archiv Phil Sims
Phil Sims, Tea Bowls, 2007. Keramik mit Ascheglasur, 8,5 x 13.5 x 11,3 cm. Foto und © Archiv Phil Sims

Mittwoch, 19.09.2018, 12.30 Uhr

„Design, Kunst oder was?" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Design, Kunst…. oder Kunsthandwerk ? In Zeiten wie heute erscheint manche Kunst als Designobjekt und Designobjekte werden in den Status der Ikone erhoben. Sind sie damit dann näher an der Kunst? Oder umgekehrt: Der amerikanische Maler Phil Sims (*1940 Richmond) hat auch Keramiken geschaffen. Ähnlich wie viele Künstler vor ihm, von Albrecht Dürer bis Pablo Picasso oder heute Mary Heilmann kreieren Künstler Werke in anderen Materialien. Was heißt das nun für diese Werke? Sind sie, weil sie aus Silber oder Ton und Glasur hergestellt werden, Zeugnisse z.B. der Gebrauchskeramik? Wo liegen die Unterschiede von Kunsthandwerk, Design oder Kunst. Dazu mehr, knapp und bündig, in 15 Minuten Kunst.

 


Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami
Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami

Mittwoch, 01.08.2018, 12.30 Uhr

„Snow White" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Abbas Kiarostami"
Dr. Heinz Höfchen

Abbas Kiarostami gehört zu den wichtigsten iranischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als einer der großen Regisseure des Weltkinos. Neben seiner Filmkunst steht gleichbedeutend ein herausragendes fotografisches Schaffen, das es zu entdecken gilt. Besonders in der schwarz-weißen Fotoserie Snow White findet der Künstler zu einer poetisch geprägten, minimalistischen Auseinandersetzung mit Landschaften seiner persischen Heimat. 
Es sind Winterlandschaften mit dem Motiv der unberührten Schneedecke, oft zeigt der Fotograf einzeln stehende Bäume oder Baumgruppen in meditativer Einsamkeit und Ruhe. Die Licht- und Schattenwirkungen der Snow White – Fotografien sind von großer grafischer Eindringlichkeit und kombinieren persische Tradition mit den formalen Entwicklungen der Abstraktion und Konkretion. Das Lakonische der Bildsprache Kiarostamis findet sich auch in der Lyrik des Künstlers, in der das Schnee-Motiv wie in der Fotografie eine große Rolle spielt. Umfassende Augenblicksgedichte wie „Es schneit / Aus einer schwarzen Wolke / Schneeweiss" erinnern an die japanische Gedichtform des Haiku - mit wenigen Worten ein Gefühl für Alles erzeugen und dabei Alles zu befragen: „Wenn ich es recht bedenke / Verstehe ich nicht / Warum der Schnee so weiß ist".

 

Walter Moroder, Drap (Detail), 2012. Foto mpk © Künstler
Walter Moroder, Drap, 2012. Foto mpk © Künstler

Mittwoch, 18.07.2018, 12.30 Uhr

„Walter Moroder" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Jessica Neugebauer M.A.

In nuancenreichen Facetten zeigt Walter Moroder die menschliche Figur. Der aus Südtirol stammende Künstler steht mit seinen Holzskulpturen in der Tradition der Schnitzkunst seiner Heimat. Diese Tradition aber zugleich auch Innovation spiegelt sich in dem rätselhaft anmutigen Körperausdruck der Skulptur „Drap" in der Sammlung des mpk wider.

Die lebensgroße weibliche Figur scheint anwesend und abwesend – sie wirkt scheinbar vertraut doch zugleich fremd. Sie ruht in sich und scheint innerlich von etwas erfüllt zu sein, das sich dem Betrachter letztendlich nicht erschließt. Der Künstler hat diese Skulptur in einer eigenen Formensprache entwickelt, die gemeinsam in knappen 15 Minuten entdeckt und besprochen wird.

 


Abb.: Unbekannt, Christus als Schmerzensmann, Ende 15. Jhd., Foto und © mpk
Unbekannt, Christus als Schmerzensmann, Ende 15. Jhd., Foto und © mpk

Mittwoch, 04.07.2018, 12.30 Uhr

„Christus als Schmerzensmann" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Sabrina Wilkin M.A.

Darstellungen von Christus existieren schon seit dem 2. Jhd. Noch heute begegnen wir Ihnen immer im religiösen Kontext, ihre Bedeutung hat sich jedoch gewandelt. Im Fokus unserer Kurzführung soll die Skulptur „Christus als Schmerzensmann" aus dem 15. Jhd. und deren Wirkung damals und heute stehen.

Die deutsche Kunst des Mittelalters, wir sprechen in etwa von der Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert, war hauptsächlich religiös geprägt. Die Kirche war der größte Auftraggeber für Künstler und Kunsthandwerker und bestimmte maßgeblich die Gestaltung der entsprechenden Arbeiten. Auch die Skulptur aus dem Bestand des mpk gehört in eine Kategorie bestimmter Darstellungstypen von Jesus Christus, die mit einer gewissen Intention und Funktion gefertigt wurden. Der zeitgeschichtliche Kontext, die Darstellung und Wirkung sollen in unserer Kurzführung näher beleuchtet werden.

 

Käthe Kollwitz, Pietà, 1937, Bronze. Foto und © mpk
Käthe Kollwitz, Pietà, 1937. Foto und © mpk

Mittwoch, 20.06.2018, 12.30 Uhr

„Käthe Kollwitz" (Eintritt frei)
Gespräch in der Sammlung
Jessica Neugebauer M.A.


Käthe Kollwitz (1867-1945) gilt als eine der bedeutendsten Bildhauerin und Grafikerin der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Besitz des mpks befinden sich Grafiken, eine Skulptur sowie ein Porträt der Künstlerin, welches von Leon von König 1941 gemalt wurde. Im Mittelpunkt der 15-minütigen Kunstpause steht die Skulptur „Pietà" von 1937. Die Künstlerin setzt sich hier mit dem Tod ihres, im Ersten Weltkrieg in Flandern gefallenen, Sohnes Peter auseinander. Neben der Lebensgeschichte der Künstlerin sowie der Betrachtung der Skulptur im Kontext ihrer Entstehungszeit, wird auch die Tradition der Darstellungsform einer „Pietà" erläutert.

 


Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 02.05.2018, 12.30 Uhr

„Selbstbildnisse" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt - Impression und Phantasie"
Dr. Heinz Höfchen

Neben der künstlerischen Entwicklung Max Slevogts zwischen Freilichtmalerei und Impressionismus fasziniert in unserer Ausstellung eine ganze Reihe von Selbstbildnissen des Künstlers: Er zeigt sich in einer Bleistiftzeichnung von 1899 als jugendlicher Dandy, in der radierten Meditation als Katzenfreund, schließlich im Selbstbildnis mit Judith auf der Suche nach malerischer Identität. Eines seiner Hauptwerke im mpk, das in Godramstein gemalte Familienbild von 1911, stellt ihn mit Frau und Kindern sowie den beiden Großmüttern vor. In den Selbstbildnissen gibt er sich Rechenschaft über die Veränderungen seiner Lebensumstände und seiner Physiognomie – er malt sein Leben.

 

Max Slevogt, Winterlandschaft bei Neukastel, 1927, Öl auf Leinwand, mpk Gemäldesammlung, Foto und © mpk
Max Slevogt, Winterlandschaft bei Neukastel, 1927, Öl auf Leinwand, mpk Gemäldesammlung, Foto und © mpk

Mittwoch, 18.04.2018, 12.30 Uhr

„Pfälzer Landschaft" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt - Impression und Phantasie"
Dr. Annette Reich

In vielen seiner Landschaftsbilder hat Max Slevogt der Pfalz ein malerisches Denkmal gesetzt. Die „Winterlandschaft bei Neukastel" aus dem Jahr 1927, die man in der Sonderausstellung zum 150. Geburtstag des Malers im mpk betrachten kann, ist dafür ein bedeutendes Beispiel. 1868 in Landshut/Bayern geboren, kam Slevogt bereits als Kind gerne nach Landau, wo eine Tante seiner Mutter wohnte. 1898 heiratete er die Pfälzerin Antonie Finkler und kaufte 1914 oberhalb von Leinsweiler das Hofgut Neukastel. Dort verbrachte er stets die Sommerferien und fand in der pfälzischen Landschaft zahlreiche Motive für seine impressionistische Freilicht-Malerei.

 

Max Slevogt, Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein, 1911, Öl a.L. , mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Mittwoch, 21.03.2018, 12.30 Uhr

„Impression und Freilicht" (Eintritt frei)
Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt – Impression und Phantasie"
Dr. Heinz Höfchen

Ein besonderes Augenmerk im Gespräch gilt der stilistischen Einordnung der künstlerischen Entwicklung Max Slevogts zwischen Freilichtmalerei und Impressionismus: Es ist die Suche nach den Farbwirkungen unter natürlichen Lichtverhältnissen, weg vom Dämmerlicht der Ateliers. Wesentliche Eigenart der entwickelten Malerei Slevogts wird damit eine emanzipierte Auffassung des Lichts, das die Darstellung durchfließt und in seiner Natürlichkeit akzeptiert wird, was bedeutet, dass die Lichtführung nicht mehr den kompositorischen Erfordernissen der Bildorganisation unterworfen ist. Es zeigt sich eine frische Helligkeit der Farbgebung, die die Intensität der Beleuchtung in der Natur reflektiert, besonders eindringlich sichtbar im „Familienbildnis Slevogt im Garten von Godramstein".

 

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