Gespräche

Sonntag, 23.09.2018, 11 Uhr

Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami
Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami

Zu guter Letzt
„Abbas Kiarostami – Der Wind wird uns tragen"

Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit Ausstellungskurator Dr. Heinz Höfchen

Zum Abschluss der Ausstellung besteht nochmals Gelegenheit, inhaltliche und konzeptionelle Fragen zu diskutieren und sich über ästhetische Eindrücke auszutauschen. Der Rundgang durch die Ausstellung „Abbas Kiarostami – Der Wind wird uns tragen" bietet auch die Möglichkeit, im Gespräch anhand markanter Beispiele die wesentlichen Charakteristika der Stilentwicklung und der künstlerischen Konzepte Kiarostamis herauszuarbeiten.

Abbas Kiarostami gehört zu den wichtigsten iranischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Er gilt als einer der großen Regisseure des Weltkinos. Neben seiner Filmkunst steht gleichbedeutend ein herausragendes fotografisches Schaffen, das es zu entdecken gilt. Besonders in der schwarz-weißen Fotoserie Snow White findet der Künstler zu einer poetisch geprägten, minimalistischen Auseinandersetzung mit Landschaften seiner persischen Heimat.

Seine künstlerische Ausbildung erhielt Kiarostami, aufgewachsen in Teheran als Sohn eines Freskenmalers, 1960 -1968 durch ein Studium der Malerei an der dortigen Kunstakademie. Er arbeitet zunächst zur Finanzierung seines Studiums als Verkehrspolizist, beginnt seine Laufbahn als Illustrator und Graphiker für Werbefilme. 1970 dreht er seinen ersten Kurzfilm, Die Straße und das Brot, ein neorealistischer, zwölfminütiger Streifen in Schwarzweiß, der ihn als Vertreter der iranischen Nouvelle Vague ausweist.1997 gewinnt er die Goldene Palme auf dem Filmfestival in Cannes. Die wichtigsten seiner vielen Preise und Auszeichnungen sind der japanische Praemium Imperiale (2004) und die postume Wahl zum Asian Filmmaker of the Year (2016).

 

Dienstag, 25.09.2018, 18 Uhr

Josef Rosalia Hein (Pfalzpreisträger für Malerei 2012), Varus, 2011. Foto und © Künstler
Josef Rosalia Hein (Pfalzpreisträger für Malerei 2012), Varus, 2011. Foto und © Künstler

Gesprächin der Ausstellung „Pfalzpreis"
„Rundgang"
Dr. Claudia Gross

Alle zwei Jahre schreibt der Bezirksverband Pfalz den Pfalzpreis für Bildende Kunst aus, der abwechselnd in verschiedenen Sparten vergeben wird, so 2018 in der Sparte Malerei. Ziel ist es, die kulturelle Entwicklung der Region zu fördern, und durch Leistungsanerkennung Künstlerinnen und Künstler in ihrem Schaffen zu unterstützen. Bei einem gemeinsamen Rundgang nehmen wir die unterschiedlichen Werke der Teilnehmer unter die Lupe.

Technische und inhaltliche Qualität, Aktualität, Kreativität und Innovation sind bei diesem Wettbewerb ausschlaggebende Kriterien. Die Richtlinien der Preisvergabe sehen entweder einen persönlichen Bezug der Teilnehmer/innen zur Pfalz vor, oder dass ein sachlicher Zusammenhang mit der Pfalz aus der Arbeit hervorgeht. Wie bei den vorangegangenen Ausschreibungen hat der Wettbewerb erneut ein reges Echo gefunden. Insgesamt 21 Pfälzer Künstlerinnen und Künstler haben nun in der jurierten Ausstellung zum Pfalzpreis die Möglichkeit, ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

 

Vergangene Ausgaben

Sonntag, 16.09.2018, 11 Uhr

Max Slevogt, Bildnis des Architekten Georg Roll, 1907. Foto und © mpk
Max Slevogt, Bildnis des Architekten Georg Roll, 1907. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Die Kunst des Porträtierens"
Dr. Claudia Gross

Was haben eine Adlige, ein Architekt, ein Sammler, eine Künstlerin, eine Ehegattin und eine einfache Frau gemeinsam? Sie alle können zu einem Motiv für ein Kunstwerk werden, und das eben ganz abgesehen davon, ob das Bild als Auftragsbild oder aus Neigung gefertigt wurde.

Es obliegt dem Künstler Material, Technik, Farben, sogar den Bildausschnitt und das Ambiente auszuwählen, aber kann man daraus etwas über den Charakter der dargestellten Person ableiten? Oder sagt das eher etwas über den Schöpfer des Werkes aus? Anlässlich der Führung nähern wir uns Bildnissen aus verschiedenen Entstehungszeiten an und gehen außerdem der Frage nach, ob es in dem betreffenden Werk darum geht, zu repräsentieren oder wie es mit der Portraitähnlichkeit steht.

 

 

Sonntag, 09.09.2018, 11 Uhr

Hans Hofmann, Nude Study, um 1928, Tusche auf Pergament, 27,9 x 21,6 cm, Foto: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York,
Hans Hofmann, Nude Study, um 1928. Foto: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York,

Zu guter Letzt & Tag des offenen Denkmals
„Hofmanns Wege, Frühe Zeichnungen 1898-1937"
Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Dr. Annette Reich

Zum Abschluss der Ausstellung bietet ein letzter Rundgang die Möglichkeit, das bislang wenig bekannte zeichnerische Œuvre von Hans Hofmann (Weißenburg/Mittelfranken 1880 –1966 New York) gemeinsam zu betrachten und sich die Besonderheiten seiner Arbeitsweise zu vergegenwärtigen. Einflüsse seiner Vorbilder Henri Matisse, Paul Cézanne und Wassily Kandinsky können anhand herausragender Beispiele diskutiert werden.

Als Vertreter des Abstrakten Expressionismus war Hans Hofmann eine der bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Seine Karriere als Lehrer und Künstler startete er Mitte der 1930er-Jahre in den USA. Die zuvor entstandenen Zeichnungen zeigen einen interessanten und variantenreichen Entwicklungsprozess, der dem einflussreichen malerischen Werk der Nachkriegszeit vorausging. Porträts, weibliche Akte und Landschaften sind Motive, mit denen sich Hofmann immer wieder beschäftigte. Umriss und Fläche, Licht und Schatten, Figürlichkeit und Abstraktion bestimmen auf sensible und zugleich nachdrückliche Art und Weise die Entwicklung einer von der Natur inspirierten Arbeitsweise, die sich zunehmend in Richtung formaler Reduktion und Abstraktion bewegte.

Der Eintritt ist aufgrund des Tags des offenen Denkmals frei.

 

Dienstag, 28.08.2018, 18 Uhr

Wassily Kandinsky, Peterskapelle in Murnau, 1908, Öl auf Karton, 33 x 45 cm, mpk, Gemäldesammlung, Foto und © mpk
Wassily Kandinsky, Peterskapelle in Murnau, 1908. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Der Blaue Reiter“
Dr. Claudia Gross

Der Blaue Reiter war eine Kunstbewegung, die sich 1911 in München formierte und bis 1914 bestand. Gegründet wurde sie von einer Gruppe verschiedener Künstler, darunter Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky, August Macke und andere. Obwohl die Schaffenszeit der Gruppe durch den Beginn des 1. Weltkriegs nur von kurzer Dauer war, war ihr Einfluss auf die Kunstwelt von großer Bedeutung. Eine Auswahl an Gemälden steht im Mittelpunkt unseres gemeinsamen Rundgangs.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts und mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts stellten sich tiefgreifende Veränderungen in der europäischen Kunst ein. Traditionelle Ästhetik und künstlerische Praxis wurden aufgebrochen und von einer Bewegung avantgardistischer Künstler abgelehnt. Die einstmals vorherrschende akademische Kunstlehre wurde durch die Entwicklung unterschiedlicher moderner Stile in Frage gestellt. Bewegungen wie der Impressionismus, der Expressionismus oder der Kubismus erregten Aufsehen, stießen manchmal auf harsche Kritik, manchmal auf große Begeisterung. Die Expressionisten, darunter nicht nur der „Blaue Reiter“ sondern auch die berühmte Künstlergruppe „Die Brücke“, nahmen eine besondere Stellung im Hinblick auf die Rezeption von Kunst ein. Ihre Werke sollten eine direkte Reaktion beim Betrachter auslösen und gleichzeitig die persönliche Wahrnehmung des Künstlers auf ein Motiv offen legen. Leuchtende Farben, eine nicht-naturalistische Farbpalette sowie starke Kontraste gehörten zu ihren Gestaltungsmitteln.

 



Dienstag, 14.08.2018, 18 Uhr

Abbas Kiarostami, Rain and Wind, Fotografie, 2006-07, Privatsammlung,  Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum. Foto und © Abbas Kiarostami
Abbas Kiarostami, Rain and Wind, Fotografie, 2006-07, Privatsammlung, Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum. Foto und © Abbas Kiarostami

Gespräch in der Ausstellung „Abbas Kiarostami"
„Rahmen und Windschutzscheibe!?“
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Rahmen und Windschutzscheibe  - dieser zugegeben etwas sperrige Titel  charakterisiert das  alles andere als sperrige fotografische Werk von Abbas Kiarostami. Er ist ein doppelter Hinweis auf die Arbeitsweise des iranischen Fotografen, Filmemacher und Poeten. Der Rahmen, mit den Fingern beider Hände geformt oder eben der Sucher einer Kamera, lehrt sehen, spielt mit Nähe und Distanz und kann verschiedene Arten von Schönheit sichtbar werden lassen. Schlussendlich ist der Ausschnitt entscheidende Grundlage für eine gelungene Fotografie. Es sind die unscheinbaren Motive, die von vielen als bedeutungslos übersehen, von Kiarostami herausgehoben werden. Eine banale Windschutzscheibe, alltägliches und noch dazu durchsichtiges Detail, wandelt sich als regennasse Ausgabe mit der Kamera Kiarostamis zu einem kontemplativen, malerischen „Anlass zum Träumen“. Wie die jeweilige Annäherung an den Augenblick und die damit verbundene Bildfindung erfolgt, offenbart zweierlei: sensibel in Bilder gebannte Empfindungen und zugleich ein gesteigertes Bewusstsein für den Vorgang des Sehens. Mit welchen weiteren, raffinierten Mitteln er das in stille, bewegte Bilder variantenreich umsetzt, ist Thema im Gespräch mit Dr. Svenja Kriebel.

 



Sonntag, 12.08.2018, 11 Uhr

Johann Nepomuk Ott, Ansicht der Bucht von Neapel, 1831. Foto und © mpk
Johann Nepomuk Ott, Ansicht der Bucht von Neapel, 1831. Foto und © mpk

 Gespräch in der Sammlung
„Sommergefühle“
Dr. Claudia Gross

In diesem Sommer ist es angesichts von Sonnenschein und hohen Temperaturen sicherlich recht leicht Sommergefühle zu entwickeln, die sich vielleicht eher bei der Betrachtung der Bucht von Neapel oder der Stadtansicht von Saint Tropez einstellen. Oder gehören Sie zu jenen Urlaubern, die auf dem Weg ins Hochgebirge in Murnau verweilen? Diese und andere Sommer- und Sonnenbilder sind Thema der Führung.

 

 



Dienstag, 07.08.2018, 18 Uhr

Hans Hofmann, Nude Study, um 1928, Tusche auf Pergament, 27,9 x 21,6 cm, Foto: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Nude Study, um 1928, Tusche auf Pergament, 27,9 x 21,6 cm, Foto: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gespräch in der Ausstellung „Hofmanns Wege“,
„Wege in die Abstraktion“
Sabrina Wilkin M.A.

Porträts, weibliche Akte und Landschaften sind wiederkehrende Motive, mit denen sich Hans Hofmann (1880 Weißenburg/Mittelfranken – 1966 New York) beschäftigte. Der serielle Charakter dieser frühen Zeichnungen betont Spontaneität und Experimentierfreude des Künstlers. Zunächst waren es akademische Aktzeichnungen in klassischen Posen, die Hofmann nutzte, um die Beziehung von Figur und Raum auszuloten. Auch in den darauffolgenden Porträt- und Landschaftszeichnungen, die in der zweiten Hälfte der 1920er-Jahre in München und während seiner Sommerkurse in Saint-Tropez entstanden sind, spielte die Raumfrage immer eine zentrale Rolle. Umriss und Fläche, Licht und Schatten, Figürlichkeit und Abstraktion bestimmen auf sensible und zugleich nachdrückliche Art und Weise die Entwicklung einer von der Natur inspirierten Arbeitsweise, die sich zunehmend in Richtung formaler Reduktion und Abstraktion bewegte. Die Ausstellung im mpk zeigt diese interessanten Wege, die zugleich auf das spätere malerische Werk des wegweisenden Deutsch-Amerikaners Bezug nehmen.

 



Dienstag, 31.07.2018, 18 Uhr

Johann Heinrich Roos, Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin, 1663/64, Öl auf Leinwand, 110 x 91 cm. Foto und © mpk.
Johann Heinrich Roos, Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin, 1663/64, Öl auf Leinwand, 110 x 91 cm. Foto und © mpk.

Gespräch in der Sammlung
„Kinderdarstellungen“
Jessica Neugebauer M.A.

Die wohl bekannteste Kinderdarstellung in der Sammlung des mpk ist „Liselotte von der Pfalz mit Spielgefährtin“ von 1663/64. Dieses Werk belegt, dass Johann Heinrich Roos nicht allein als Tier- und Landschaftsmaler reussierte, sondern ebenso ein ausgezeichneter Porträtist war.

Elisabeth-Charlotte, Spitzname Liselotte, war die Tochter des Kurfürsten Karl. I Ludwig von der Pfalz und seiner Frau Charlotte von Hessen-Kassel. Neben diesem Gemälde werden weitere Darstellungen von Kindern und Heranwachsenden aus der Sammlung betrachtet. Nicht von allen lässt sich die Biographie so eindeutig nachvollziehen wie jene der Liselotte, spätere Herzogin von Orléans.



Sonntag, 15.07.2018, 11 Uhr

Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami
Abbas Kiarostami, Ohne Titel (Fotografie aus der Serie Snow White), 1978-2004 . Foto Privatsammlung. Courtesy Stiftung Situation Kunst, Bochum © Nachlass Kiarostami

Gespräch in der Ausstellung „Abbas Kiarostami"
„Fotografie und Lyrik"
Dr. Heinz Höfchen

Dr. Heinz Höfchen, Kurator der Ausstellung, zeigt im Gespräch die Charakteristika der Kunst von Abbas Kiarostami, der zu den wichtigsten iranischen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört. Er gilt als einer der großen Regisseure des Weltkinos. Neben seiner Filmkunst steht gleichbedeutend ein herausragendes fotografisches Schaffen, das es zu entdecken gilt. Natur und Mensch stehen im Mittelpunkt seines herausragenden Schaffens, das durchdrungen ist von der Poesie der Einsamkeit und monumentaler Leichtigkeit. Das Lakonische der Bildsprache Kiarostamis findet sich auch in der Lyrik des Künstlers, die ihm selbst am allerwichtigsten war.

Phänomenologische Verknappung in ihrer unerwarteten Schönheit führt dabei paradoxerweise zum fundamentalen ästhetischen Entwurf, der alle künstlerischen Äußerungen Kiarostamis durchzieht. So spiegelt die cineastische Arte Povera der dramaturgisch äußerst schlichten Filme Kiarostamis sowohl die Reduktion seiner Poesie als auch den Minimalismus seiner Fotografie.

 



Dienstag, 26.06.2018, 18 Uhr

Blick in die Dauerausstellung des mpk mit Erich Heckel und Hermann Scherer. Foto und © mpk
Blick in die Dauerausstellung des mpk mit Erich Heckel und Hermann Scherer. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Dialoge: Wie Werke aufeinander Bezug nehmen. Überlegungen zur Sammlungsgestaltung"
Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk


Liegt es am M im jeweiligen Titel, dass „Mütterliche Zärtlichkeit" von Ossip Zadkine und „Migof" von Bernhard Schulze in der Sammlungspräsentation des mpk im gleichen Raum untergebracht sind? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Franz von Stucks „Reitende Amazone" und Kiki Smiths „Ladybird", die unterschiedlichen Jahrhunderten entstammen und was verbindet Carl Spitzwegs „Zeitungsleser" mit Heinrich Jakob Frieds „Blick auf die Madenburg"?

Im Rahmen eines Rundgangs diskutieren wir Fragen zur Ausstellungsgestaltung und sehen uns Dialoge an, die zwischen Werken entstehen, die nicht auf den ersten Blick miteinander zu tun haben. Warum steht eine Vitrine mit französischen Vasen gleich neben einem Gemälde, auf dem Anselm Feuerbach eine Szene aus dem West-Östlichen Diwan bebildert? Gibt es einen gemeinsamen Nenner zwischen Max Beckmanns „ Ringkämpfer" und Wilhelm Lehmbrucks „Weiblicher Torso" und wie steht es um Gemeinsamkeiten zwischen Erich Heckels „Flensburger Außenförde" und Hermann Scherers „Das kleine Mädchen"? Fragen wie diese oder solche, die Ihnen angesichts unserer Schauräume in den Sinn kommen, bestimmen das Gespräch mit Direktorin Britta E. Buhlmann.

 

Sonntag, 17.06.2018, 11 Uhr

Edmond Louyot, Felsen im Meer, undatiert. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Des Meeres und der Liebe Wellen"
Dr. Claudia Gross

Dem Sehnsuchtsort Meer will sich die Führung „Des Meeres und der Liebe Wellen" ganz poetisch annähern. Auf der Suche nach einem Bild, das Heros Trauer um Leander in Grillparzers gleichnamigen Trauerspiel wiederspiegelt, passieren wir unterschiedliche Landschaftsbilder in der ständigen Sammlung des mpk. Angefangen mit dem ruhigen Meer in der „Bucht von Neapel", gemalt von Johann Nepomuk Ott, über Edmond Louyots „Felsen im Meer" zu Max Pechsteins anrollender Welle „Am Jadebusen" ist dieses Mal die lyrische Grundstimmung in den Gemälden für uns von Bedeutung.

 

 

 

Führung am Feiertag, Donnerstag, 31.05.2018, 15 Uhr

Max Beckmann, Bildnis Minna Beckmann-Tube, 1930, Öl auf Leinwand, 161,3 x 84 cm. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Max Beckmann, Bildnis Minna Beckmann-Tube, 1930. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

In der Sammlung
„Schreibende Maler"
Jessica Neugebauer M.A.

In der Führung am Feiertag die „Schreibenden Malern" gewidmet ist, werden Künstler aus der Sammlung des mpk vorgestellt, die sich auf vielfältige Weise nicht allein mit dem Medium der Malerei, sondern auch mit dem Schreiben beschäftigt haben. Kunsttheorien, Briefe und Gedichte – alle aus der Hand bildender Künstler – werden anhand ausgewählter Werke aus der Museumssammlung beleuchtet.

Von André Masson, der zahlreiche Schriften zur Kunst verfasst hat und für seine Werke auch die „écriture automatique" (automatischen Handschrift) nutzte, bis zu Max Beckmann, von welchem zahlreiche Briefe an seine erste Ehefrau Minna Beckmann-Tube überliefert sind, werden Künstler vorgestellt, die sich nicht nur malend, sondern auch schreibend ausgedrückt haben.

 

 

Dienstag, 29.05.2018, 18 Uhr

Hans Hofmann, Untitled, ca. 1929. Foto/Photo: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust, ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled, ca. 1929. Foto/Photo: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust, ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gespräch in der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Das Frühwerk – Was vor der Farbe kam"
Sabrina Wilkin M.A.

Farbe wird zum Bildmotiv– doch was war davor? Hans Hofmann gilt als einer der wichtigsten Künstler der modernen abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts, insbesondere für die amerikanische Kunst. Berühmt für seinen außergewöhnlichen Umgang mit Farbe, beeinflussten seine Werke eine ganze Generation an Nachwuchskünstlern. Abgesehen von seiner Farbmalerei schuf der gebürtige Deutsche auch ein herausragendes zeichnerisches Werk, das im Fokus der Sonderausstellung und des gemeinsamen Rundgangs liegt.

Hans Hofmann entwickelte, zunächst beeinflusst von den Künstlern der École de Paris, nach und nach einen eigenen malerischen Stil, für den er berühmt werden sollte. Vor seiner Übersiedlung nach Amerika lehrte er in München an seiner eigenen Kunstschule, Sommerkurse gab er in jenen Jahren schon in den USA. Diese intensive pädagogische Arbeit ließ ihn die Malerei für eine geraume Zeit zurückstellen, wobei er sich jedoch niemals gänzlich vom eigenen künstlerischen Schaffen zurückzog. In dieser frühen Schaffensphase entstand eine Vielzahl von Zeichnungen, die seinen besonderen Blick auf unterschiedliche Motive zeigen. Er nutzt einen von Expressionismus und Kubismus beeinflussten, abstrakten Stil, um unterschiedliche Studien in schwarz-weiß anzufertigen. Ob Landschaft oder Porträts, Hofmanns Zeichnungen stechen auf seinem künstlerischen Weg ebenso hervor wie seine Gemälde. Ihre Besonderheiten und herausragende künstlerische Raffinesse können in unserer Sonderausstellung gemeinsam näher betrachtet und diskutiert werden.

 

Führung an Pfingstmontag, 21.05.2018, 15 Uhr

Max Pechstein, Am Jadebusen, 1910. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Max Pechstein, Am Jadebusen, 1910. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Sammlung
„Expressionismus"
Yolanda Guastaferro

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsteht eine neue Stilrichtung: der Expressionismus. Repräsentative Vertreter des deutschen Expressionismus fanden sich zu Künstlervereinigungen wie „Der Blaue Reiter" oder „Die Brücke" zusammen. Sie entwickelten gemeinsam eine neue Farb- und Formensprache, um avantgardistische Ideen ausdrücken zu können. Bereits der Name, vom lateinischen "expressio" (Manifestation, Ausdruck), bezeichnet die Absicht der Vertreter dieses Stils, die Darstellung der konkreten Realität aufzugeben, um stattdessen eine subjektive Realität zu zeigen.

 

 

Führung an Pfingstsonntag, 20.05.2018, 15 Uhr

Hans Hofmann, Untitled (California Landscape), 1931. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled (California Landscape), 1931. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Landschaften"
Dr. Claudia Gross

In Hans Hofmanns (1880-1966) graphischem Frühwerk sind zahlreiche Landschaftsansichten zu finden. Einige davon entstanden im französischen Saint Tropez und zeigen immer denselben Bildausschnitt in unterschiedlichen zeichnerischen Bearbeitungen. Mal handelt es sich um eine schnelle Skizze, mal um eine detailliert ausgearbeitete Zeichnung. Während es sich bei den in Europa entstandenen Werken um Studien und Experimente zu Fragen der Form und Bildstruktur der Moderne handelt, sind seine in Kalifornien entstandenen Skizzen eher die intuitive Wiedergabe einer außergewöhnlichen Landschaft.

 

Führung am Feiertag, Donnerstag, 10.05.2018, 15 Uhr

Abb.: Hans Hofmann, Nude Study, ca. 1898. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Nude Study, ca. 1898. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Das graphische Frühwerk"
Dr. Claudia Gross

Zeichnen gehört zum Handwerkszeug aller Künstler. Ob es sich um die Entwicklung von Bildideen- und deren Ausarbeitung, um Übungen für Hand und Auge oder eine Erinnerung – vielleicht an eine Landschaft oder Episode – handelt, die Zeichnung mit Bleistift oder Tusche ist für Hans Hofmanns (1880-1966) Frühwerk besonders wichtig. Neben Landschaftsskizzen finden sich bei ihm auch zahlreiche Werke, die sich mit dem Menschenbild befassen. Akademische Aktstudien stehen gleichwertig Seite an Seite mit beschwingten Kopfstudien.
Das Betrachten der Zeichnungen ist manchmal wie ein Blick hinter die Kulissen, ein Einblick in die Gedankenwelt des Künstlers oder ein Zeugnis seiner Entwicklung. In Hans Hofmanns graphischem Frühwerk stehen Erzählendes und Abstraktes in einem Bild nebeneinander.

 

 

Führung am Feiertag, Dienstag, 01.05.2018, 15 Uhr

Max Slevogt, Im Grünen – Frau Finkler und Nini Slevogt, 1904. Foto und © mpk
Max Slevogt, Im Grünen – Frau Finkler und Nini Slevogt, 1904. Foto und © mpk

In der Ausstellung „Max Slevogt"
„Der große Impressionist"
Yolanda Guastaferro

Zum 150. Geburtstag einer der wichtigsten Vertretern des deutschen Impressionismus, wird das malerische und graphische Werk Max Slevogts (1868 Landshut – 1932 Leinsweiler) im mpk präsentiert. Slevogts Aufenthalte während der Sommermonate in der Pfalz festigten seine Liebe zu der Region und inspirierten den Künstler zu zahlreichen Landschaftsdarstellungen im impressionistischen Stil. Die umfangreiche Sammlung des Hauses zeigt einen ganzheitlichen Überblick seines Oevres von dunkler akademischer Malerei bis zum luftig leichten Impressionismus.

 

Sonntag, 22.04.2018, 11 Uhr

Franz von Stuck, spielende Faune, 1898. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern © mpk
Franz von Stuck, spielende Faune, 1898. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Franz von Stuck. Vom Müllersohn zum Malerfürsten"
Dr. Claudia Gross

Ohne Frage hat Franz von Stuck (1863-1928) eine steile Karriere hingelegt. Mit nur 26 Jahren erhält er für sein Gemälde „Der Wächter des Paradieses" eine Goldmedaille, 1892 gehört er zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Sezession. Er wird Akademieprofessor, heiratet und beginnt mit der Planung und dem Ausbau der Villa Stuck. Anhand der drei Arbeiten im Bestand des Museums Pfalzgalerie lassen sich Leben und Werk des Künstlers nachvollziehen.

 

 

Sonntag, 15.04.2018, 11 Uhr

Malte Spohr, Berlin 2018. Foto: Bettina Munk, Berlin

Zu guter Letzt
„Malte Spohr –Aufzeichnungen. Arbeiten 1994 bis 2018"
Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit dem Ausstellungskurator Heinz Höfchen und dem Künstler Malte Spohr

Zum Abschluss der Ausstellung besteht nochmals Gelegenheit, inhaltliche und konzeptionelle Fragen zu diskutieren und sich über ästhetische Eindrücke auszutauschen. Der Rundgang durch die Ausstellung „Malte Spohr - Aufzeichnungen" bietet auch die Möglichkeit, im Gespräch anhand markanter Beispiele die wesentlichen Charakteristika der Stilentwicklung und der künstlerischen Konzepte Spohrs herauszuarbeiten.
Malte Spohr gilt als einer der wichtigen zeitgenössischen deutschen Zeichner, sein Werk ist in vielen bedeutenden Sammlungen präsent. Seine Arbeiten beruhen auf eigenen Fotografien, die für ihn die Funktion von Skizzen haben: er reduziert die Aufnahmen am Rechner unter Negierung von Binnenzeichnung auf eine Grundstruktur aus hellen und dunklen Partien, die in ihrer Komplexität und ihrer Übersetzung ins Zeichnerische strukturelle Realität abbilden. In Spohrs Zeichnungen wird Landschaftliches erkundet, Licht- und Strukturphänomene wie Wolkenformationen, Wasserspiegelungen und Lichtreflexe werden transformiert, neu interpretiert und von einer flüchtigen Erscheinung zu einer andauernden Wirkung in der Zeichnung verdichtet. Die Informationen der aufgezeichneten Formen wandeln sich zu changierenden Energiefeldern. Sie suggerieren die Bewegung allen Lebens und öffnen in ihrer Konzentration den uns umgebenden unendlichen Raum.

 

Ostermonatg, 02.04.2018, 15 Uhr

August Macke, Elisabeth am Schreibtisch, 1911. Foto und © mpk
August Macke, Elisabeth am Schreibtisch, 1911. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Höhepunkte der Sammlung"
Dr. Claudia Gross

Bedeutende Frauendarstellungen sind Thema der Führung am Ostermontag. Nicht allein im Portrait sondern auch als Allegorie oder Teil einer mythologischen Geschichte rückt die Frau in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei wird der Bogen von Gabriel von Max' „Atropa Belladonna" und Arnold Böcklins „Nessus und Deianeira" bis zu August Mackes Bildnis seiner Frau „Elisabeth am Schreibtisch" und Alexander Kanoldts „Jungem Mädchen im rosa Kleid" gespannt.

 

Ostersonntag, 01.04.2018, 15 Uhr

Christus als Schmerzensmann, süddeutsch, Ende 15. Jh., Holz geschnitzt und gefasst. Foto und © mpk
Christus als Schmerzensmann, süddeutsch, Ende 15. Jh., Holz geschnitzt und gefasst. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Glaube und Schmerz"
Dr. Claudia Gross

An Ostern, dem wichtigsten Fest im Christentum, feiern Gläubige die Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Schmerz und Tod finden ihren Ausdruck auch in der christlichen Kunst. Auf welche Art und Weise zeigen Künstler des ausgehenden Mittelalters Schmerz und Trauer? Welche Einzel- oder Gruppenfiguren eignen sich besonders zur Darstellung? Diesen Fragen wird am Ostersonntag anhand des Sammlungsbestandes nachgegangen.


Der „Nördlinger Engel" (1462), ursprünglich zur Kreuzigungsgruppe des Hochaltars von St. Georg in Nördlingen gehörend, von Niclaus Gerhaert von Leyden, zeigt die Trauer des Engels über das Ereignis der Kreuzigung. Betrübt hält er eine Hand an seine Wange. Einen besonderen Typus in der christlichen Formensprache stellt der „Schmerzensmann" dar. Christus präsentiert seine Wundmale. Er wird als Leidender gezeigt, zu dem der Betrachter eine innerliche Beziehung aufbauen soll. In diesen Kontext gehört auch die Darstellung der Muttergottes, Maria, mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus, die sogenannte Pietà.

 

Dienstag, 27.03.2018, 18 Uhr

Max Slevogt, Orang Utan, 1901, Öl a.L., mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt – Impression und Phantasie"
„Deutscher Impressionismus"
Dr. Heinz Höfchen

Dr. Heinz Höfchen, Kurator der Ausstellung, zeigt im Gespräch Charakteristika der Malerei des deutschen Impressionismus in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei wird in der Anschauung herausragender Bildbeispiele Max Slevogts die stilistische Entwicklung der impressionistischen Bewegung verdeutlicht: Es wird herausgearbeitet, dass französischer und deutscher Impressionismus nicht gleichzeitig zur Wirkung gekommen sind und die deutsche Schule nicht als bloßer Import des französischen Impressionismus gewertet werden kann.

 

Sonntag, 18.03.2018, 11 Uhr

Max Liebermann, Bildnis Lola Leder, 1922. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Verführerisch"
Andrea Löschnig M.A.

Verführung hat viele Gesichter. Der Anziehungskraft so manches Bildnisses, wie beispielsweise Max Liebermanns „Bildnis Lola Leder", kann man sich nur schwer entziehen. Mit ihrem Blick scheint sie den Betrachter gefangen zu nehmen. Doch nicht nur die Bildgattung des Porträts birgt das Potenzial einer verführerischen Kraft. Verführerisch können auf uns verschiedenste Dinge wirken, wobei damit nicht selten auch eine gewisse Gefahr einhergeht. Wir laden Sie ein, der Verführung in unserer Dauerstellung auf die Spur zu kommen.

Das Motiv des Verführerischen hat eine lange Tradition in der Kunst. Beispielsweise antiken Sagen oder bibelgeschichtlichen Zusammenhängen entnommen, wird dieses Thema oft mit einer reizvollen Frauengestalt in Verbindung gebracht. Doch nicht jede der mitunter komplizierten Liebesgeschichten nimmt ein gutes Ende. So auch nicht die Verlockung durch Gefahr oder gar den Tod, ein ebenfalls bekanntes Motiv in Kunst und Lyrik. Es ergibt sich ein ambivalentes Bild, der Mensch kann einerseits der Versuchung widerstehen, oder aber ihr erliegen. Nicht immer liegt dem Verführerischen etwas Ungutes zugrunde, doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass auf die Schwächen, die kleinen und großen Laster des Menschen verwiesen wird. Zahlreiche Werke unserer Dauerstellung zeigen verschiedene Sichtweisen aus unterschiedlichen Kontexten auf das Verführerische. Wir werden sie während unserer Führung durch die Ausstellung näher betrachten.

 

Sunday, March 11th, 2018, 3 p.m.

Image: Ernst Ludwig Kirchner, Frühlingslandschaft (‚spring landscape‘), 1909. Photo and © mpk

Englischsprachige Führung in der Sammlung / English tour in the permanent exhibition
'All things green which sprout and blossom'
Ph.D. Claudia Gross

Spring is back! And with springtime comes a change of the surrounding world. Nature starts awakening from its winter sleep with blooming grass, trees and flowers. Everything emerges from the previous overall grey in bright, fresh colors. Green, white, pink and other vibrant colors introduce the new season and let us enjoy the warmer days even more. This feeling of awakening and the imagery of spring is found in many artworks as well. We will discover several of these works in our permanent exhibition together.

The fascination of spring as the beginning of a new year is connected to all life. Spring is the season of renewal and carefree days where we can have the feeling of a fresh start and new possibilities. Even if the change of seasons is a never ending circle, springtime always conveys a light-hearted feeling and certain associations. Especially within landscape paintings there are many references to this time of year. Some of these are transported via the color scheme in a more abstract way and others directly through a certain motif. During our guided tour visitors will have the chance to see different points of views regarding this topic and discuss various artworks with an expert.

 

Dienstag, 27.02.2018, 18 Uhr

Malte Spohr, sw III 0, 2015, Farb- und Bleistift auf Bütten, Privatbesitz Berlin. Foto Paul Schöpfer, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gespräch in der Ausstellung „Malte Spohr – Aufzeichnungen. Arbeiten von 1994-2018"
„Intensität und Rhythmus"
Jessica Neugebauer M.A.

Malte Spohrs Zeichnungen scheinen auf den ersten Blick widersprüchlich. Obwohl sie abstrakt sind wecken die Formen im Betrachter Erinnerungen: Luftaufnahmen von Inselgruppen, Wolken am Himmel oder Satellitenaufnahmen. Im Rundgang durch die Ausstellung werden ausgewählte Werke Spohrs gemeinsam betrachtet und besprochen, sowie auch auf die Technik und den Arbeitsprozess des Künstlers eingegangen.
Spohr setzt mit dem Lineal präzise Linien parallel auf strukturiertes Büttenpapier. Durch verschiedene Abstände, Frequenzen und Intensitäten entstehen Werke die das Sehen des Betrachters herausfordern: fangen die Linien an sich vor dem inneren Auge zu bewegen?

 

Sonntag, 18.02.2018, 11 Uhr

Großes Türschloss mit Drücker und Riegelschließen, 17. Jahrhundert. Foto und © mpk

Zu guter Letzt
„Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit der Ausstellungskuratorin Svenja Kriebel


Zum Abschluss der Ausstellung besteht nochmals Gelegenheit, inhaltliche und konzeptionelle Fragen zu diskutieren und sich über aktuell brisante Fragen bezüglich des Einsatzes neuester IT-Technologie auszutauschen. Der Rundgang durch die Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss" bietet letztmalig die Möglichkeit, an eigens für die Ausstellung entwickelten interaktiven Stationen bewusst Erfahrungen mit Chancen und Risiken von technologisch ausgeklügelter Datenerfassung und deren Auswertungen zu machen.

Die Veränderung der Art und Weise, wie die Menschen Wichtiges vor neugierigen Blicken oder unbefugtem Zugriff einst und heute schützen, ist keineswegs nur ein Akt fortschrittlicher Technologie. Vom Liebesbrief über Wertgegenstände bis hin zur brisanten militärischen Information machen die Exponate der Ausstellung die Veränderung augenscheinlich und werfen Fragen auf nach einem grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft. Diskutieren Sie mit Ausstellungskuratorin Svenja Kriebel unterschiedliche Einschätzungen sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch aus der der Nutzer.

 

Dienstag, 30.01.2018, 18 Uhr

Übergabeschlüssel Herzog Ernst in Etui, Deutschland, Ende 19 Jh., Foto und © Schell Collection, Graz

„Schlüssel und Schlösser: Perfektion handwerklichen Könnens. "
Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Dr. Svenja Kriebel M.A.


Niemand vermag sich ihnen zu entziehen: Schlüssel und Schlösser vergangener Zeiten faszinieren aufgrund ihrer mechanischen Präzision und des handwerklichen Aufwands, mit dem sie hergestellt sind. Hinzu kommt eine mitunter große Liebe zum technischen Detail und zur formvollendeten Verzierung. Einfache und komplexere Schließmechanismen werden vorgestellt und soweit möglich werden sie in ihre kulturgeschichtlichen Zusammenhänge gestellt: Heute können die meisten Schlösser unserer Sammlung keine Funktion im ursprünglichen Sinne mehr ausüben; längst verloren sind die dazugehörigen Holztruhen und -türen.

Die Frage, was sie einst verschlossen oder vor unbefugtem Zugriff geschützt haben mögen, lässt durch die zeitliche Distanz auch über unser heutiges Verhalten nachdenken: Wann reglementieren wir Zugriff oder Zutritt? Wie hoch schätzen wir aktuell eine Grenze zwischen Innen und Außen, Privat und Öffentlich, deren sichtbare Grenzsituation Türen oder Schlössern markieren?

 

Sonntag, 19.11.2017, 11 Uhr

Kenneth Snelson, Greene Street III, 1975-93, rostfreier Stahl, 83,5 x 68 x 23 cm. Foto mpk, © Kenneth Snelson

Gespräch in der Sammlung
„Spannung und Tiefe"
Dr. Claudia Gross

Seile spannen sich zwischen Rohren bei Kenneth Snelsons Skulptur „Greene Street". Linien geben den Werken von Harriet Korman Halt. Ein Drahtgerüst ist Teil des Kunstwerkes „Kleine Minimal-Music Klangwand" von Peter Vogel. Spannung kann auf unterschiedliche Arten ein Kunstwerk prägen. Im Falle von Peter Vogel in mehrfacher Hinsicht, denn auch die elektrische Spannung spielt eine Rolle in dem Objekt aus dem Jahre 1979. Es wird interessant, wenn Tiefe in Raum und Bild als eigenständige oder integrierte Komponente hinzukommt.
Ob in Landschaftsbildern oder akustischen Raumobjekten, Tiefe und Spannung hängen zusammen real oder gemalt. Diesem Kompositionselement spürt die Führung am Sonntagvormittag nach.

 

Reformationstag, 31.10.2017, 15 Uhr

Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Die Hand – Meisterstück der Natur"
Sabrina Noß M.A.

Otto Dix, Max Slevogt und Hermann Scherer: Sie und viele andere große Künstler setzen bei figurativen Darstellungen einen besonderen Körperteil in Szene: Die Hand.
Ob vergrößert und besonders detailreich, eine Geste ausführend oder nicht vorhanden – die Hand hat das Potenzial, einem Motiv Dynamik, tiefere Emotion oder Symbolik zu verleihen.
Die Wirkung und Ausdrucksmöglichkeiten von Händen in Malerei und Skulptur soll in dieser Führung durch die Dauerausstellung des mpk im Vordergrund stehen und durch verschiedene Zeitepochen und Stilrichtungen hinweg ergründet werden.

Einem Meisterstück der Natur gleich ist unsere Hand universales Werkzeug, das gleichzeitig eine Menge über ihren „Besitzer" aussagen kann. Schwielige Arbeiterhände, gepflegte Hände, kleine oder große Hände – nur durch das Betrachten der Hände lassen sich Rückschlüsse auf die betreffende Person ziehen und ihre soziale Stellung erahnen. Darüber hinaus kann die Handgestik sowohl eine bestimmte Handlung unterstreichen, als auch eine symbolische Bedeutung innehaben. Von der mittelalterlichen Kunst über die der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst, die Hand spielt zu jeder Zeit eine bedeutsame Rolle. Sei es in der Bedeutung als Meisterhand, die das Kunstwerk erst fertigt, oder als Motiv und besonderes Darstellungsmittel.

 

Dienstag, 24.10.2017, 18 Uhr

Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk
Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Werte einst und heute"
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Wertvorstellungen prägen unser Verhalten. Aber wie entstehen sie? Sie entstehen, indem wir unsere Welt „bauen". Das Bauen beginnt mit einem Setzen, Stellen, Legen. Bauen heißt Grenzen setzen, Zäune machen, ein Territorium abstecken und den eigenen Besitz schützen.

Und wie richten wir uns im Bau ein? Je nachdem, wie man diese Frage beantwortet, gelangt man zur Ökonomie einer Gesellschaft: ihrer Haushaltsführung, ihren Werten und Bräuchen und damit zu ihrer Ausrichtung. Als seltene Lebensmittel galten einst Zucker, Salz und Gewürze; sie wurden ebenso verschlossen wie opulent gestaltete Handschriften und Dokumente. „Wertvoll" ist ein Beiwort, das das begleitende Gefühl zum realen Besitz anzeigt.

Werte können umgewertet werden: Mit der Möglichkeit ihrer technischen Herstellung wurden Dinge im 19. Jahrhundert zur Massenware. Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind Daten. Ein einzelner Optimierungsparameter in den Modellen der Welt der Data Scientists entscheidet über Nutzen und Gewinn. Hier ist die Verkopplung von Vorfinden und Erfinden, von Setzen und Nehmen außer Kraft gesetzt; geblieben ist die Mathematik und die Welt der Zahlen. Umwertung aller Werte oder Wertverwirrung?

 

Sonntag, 22.10.2017, 11 Uhr

Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum
Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Verschlüsselt"
Bea Roth M.A.

Das Gespräch in der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data" widmet sich der Kryptologie. Menschen lieben Geheimnisse! Man kann sie im Herzen verschließen, sie weitererzählen oder sogar Geld damit verdienen. Seit es geheime Botschaften gibt, existiert die Verschlüsselung solcher Botschaften. Auf den Spuren der Geschichte der Kryptologie und der heutigen Anwendung von Codierungssystemen im digitalen Zeitalter erläutert die Führung mit der „Enigma" und der Erklärung eines Algorithmus den Zusammenhang von einst und jetzt.

Digitale Verschlüsselung durch Algorithmen ist heute notwendig, wenn man ungestört, das heißt ohne dass jemand mitlesen kann, über den Computer kommunizieren möchte. Begriffe wie Geheimhaltung, Integrität oder Verbindlichkeit werden in im Zusammenhang mit Codierung beleuchtet und erklärt. Wie wird Geheimhaltung heute geübt? Wie wurde in früheren Zeiten sichergestellt, dass Briefe und deren Wege durch die Post von niemand Fremden gelesen und verändert wurden? Diese Themen regen zur Diskussion über digitale und analoge Vor- und Nachteile an.