Gespräche

Dienstag, 29.05.2018, 18 Uhr

Hans Hofmann, Untitled, ca. 1929. Foto/Photo: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust, ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled, ca. 1929. Foto/Photo: Kim Keever, © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust, ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gespräch in der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Das Frühwerk – Was vor der Farbe kam"
Sabrina Wilkin M.A.

Farbe wird zum Bildmotiv– doch was war davor? Hans Hofmann gilt als einer der wichtigsten Künstler der modernen abstrakten Malerei des 20. Jahrhunderts, insbesondere für die amerikanische Kunst. Berühmt für seinen außergewöhnlichen Umgang mit Farbe, beeinflussten seine Werke eine ganze Generation an Nachwuchskünstlern. Abgesehen von seiner Farbmalerei schuf der gebürtige Deutsche auch ein herausragendes zeichnerisches Werk, das im Fokus der Sonderausstellung und des gemeinsamen Rundgangs liegt.

Hans Hofmann entwickelte, zunächst beeinflusst von den Künstlern der École de Paris, nach und nach einen eigenen malerischen Stil, für den er berühmt werden sollte. Vor seiner Übersiedlung nach Amerika lehrte er in München an seiner eigenen Kunstschule, Sommerkurse gab er in jenen Jahren schon in den USA. Diese intensive pädagogische Arbeit ließ ihn die Malerei für eine geraume Zeit zurückstellen, wobei er sich jedoch niemals gänzlich vom eigenen künstlerischen Schaffen zurückzog. In dieser frühen Schaffensphase entstand eine Vielzahl von Zeichnungen, die seinen besonderen Blick auf unterschiedliche Motive zeigen. Er nutzt einen von Expressionismus und Kubismus beeinflussten, abstrakten Stil, um unterschiedliche Studien in schwarz-weiß anzufertigen. Ob Landschaft oder Porträts, Hofmanns Zeichnungen stechen auf seinem künstlerischen Weg ebenso hervor wie seine Gemälde. Ihre Besonderheiten und herausragende künstlerische Raffinesse können in unserer Sonderausstellung gemeinsam näher betrachtet und diskutiert werden.

 

Führung am Feiertag, Donnerstag, 31.05.2018, 15 Uhr

Max Beckmann, Bildnis Minna Beckmann-Tube, 1930, Öl auf Leinwand, 161,3 x 84 cm. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Max Beckmann, Bildnis Minna Beckmann-Tube, 1930. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018.

In der Sammlung
„Schreibende Maler"
Jessica Neugebauer M.A.

In der Führung am Feiertag die „Schreibenden Malern" gewidmet ist, werden Künstler aus der Sammlung des mpk vorgestellt, die sich auf vielfältige Weise nicht allein mit dem Medium der Malerei, sondern auch mit dem Schreiben beschäftigt haben. Kunsttheorien, Briefe und Gedichte – alle aus der Hand bildender Künstler – werden anhand ausgewählter Werke aus der Museumssammlung beleuchtet.

Von André Masson, der zahlreiche Schriften zur Kunst verfasst hat und für seine Werke auch die „écriture automatique" (automatischen Handschrift) nutzte, bis zu Max Beckmann, von welchem zahlreiche Briefe an seine erste Ehefrau Minna Beckmann-Tube überliefert sind, werden Künstler vorgestellt, die sich nicht nur malend, sondern auch schreibend ausgedrückt haben.

 

 

 

 

Dienstag, 26.06.2018, 18 Uhr

Blick in die Dauerausstellung des mpk mit Erich Heckel und Hermann Scherer. Foto und © mpk
Blick in die Dauerausstellung des mpk mit Erich Heckel und Hermann Scherer. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Dialoge: Wie Werke aufeinander Bezug nehmen. Überlegungen zur Sammlungsgestaltung"
Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk


Liegt es am M im jeweiligen Titel, dass „Mütterliche Zärtlichkeit" von Ossip Zadkine und „Migof" von Bernhard Schulze in der Sammlungspräsentation des mpk im gleichen Raum untergebracht sind? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Franz von Stucks „Reitende Amazone" und Kiki Smiths „Ladybird", die unterschiedlichen Jahrhunderten entstammen und was verbindet Carl Spitzwegs „Zeitungsleser" mit Heinrich Jakob Frieds „Blick auf die Madenburg"?

Im Rahmen eines Rundgangs diskutieren wir Fragen zur Ausstellungsgestaltung und sehen uns Dialoge an, die zwischen Werken entstehen, die nicht auf den ersten Blick miteinander zu tun haben. Warum steht eine Vitrine mit französischen Vasen gleich neben einem Gemälde, auf dem Anselm Feuerbach eine Szene aus dem West-Östlichen Diwan bebildert? Gibt es einen gemeinsamen Nenner zwischen Max Beckmanns „ Ringkämpfer" und Wilhelm Lehmbrucks „Weiblicher Torso" und wie steht es um Gemeinsamkeiten zwischen Erich Heckels „Flensburger Außenförde" und Hermann Scherers „Das kleine Mädchen"? Fragen wie diese oder solche, die Ihnen angesichts unserer Schauräume in den Sinn kommen, bestimmen das Gespräch mit Direktorin Britta E. Buhlmann.

 

Vergangene Ausgaben

Führung an Pfingstmontag, 21.05.2018, 15 Uhr

Max Pechstein, Am Jadebusen, 1910. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Max Pechstein, Am Jadebusen, 1910. Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Sammlung
„Expressionismus"
Yolanda Guastaferro

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entsteht eine neue Stilrichtung: der Expressionismus. Repräsentative Vertreter des deutschen Expressionismus fanden sich zu Künstlervereinigungen wie „Der Blaue Reiter" oder „Die Brücke" zusammen. Sie entwickelten gemeinsam eine neue Farb- und Formensprache, um avantgardistische Ideen ausdrücken zu können. Bereits der Name, vom lateinischen "expressio" (Manifestation, Ausdruck), bezeichnet die Absicht der Vertreter dieses Stils, die Darstellung der konkreten Realität aufzugeben, um stattdessen eine subjektive Realität zu zeigen.

 

 

Führung an Pfingstsonntag, 20.05.2018, 15 Uhr

Hans Hofmann, Untitled (California Landscape), 1931. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Untitled (California Landscape), 1931. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Landschaften"
Dr. Claudia Gross

In Hans Hofmanns (1880-1966) graphischem Frühwerk sind zahlreiche Landschaftsansichten zu finden. Einige davon entstanden im französischen Saint Tropez und zeigen immer denselben Bildausschnitt in unterschiedlichen zeichnerischen Bearbeitungen. Mal handelt es sich um eine schnelle Skizze, mal um eine detailliert ausgearbeitete Zeichnung. Während es sich bei den in Europa entstandenen Werken um Studien und Experimente zu Fragen der Form und Bildstruktur der Moderne handelt, sind seine in Kalifornien entstandenen Skizzen eher die intuitive Wiedergabe einer außergewöhnlichen Landschaft.

 

Führung am Feiertag, Donnerstag, 10.05.2018, 15 Uhr

Abb.: Hans Hofmann, Nude Study, ca. 1898. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Hans Hofmann, Nude Study, ca. 1898. Foto/Photo: Kim Keever © The Renate, Hans and Maria Hofmann Trust; ARS, New York, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

In der Ausstellung „Hofmanns Wege"
„Das graphische Frühwerk"
Dr. Claudia Gross

Zeichnen gehört zum Handwerkszeug aller Künstler. Ob es sich um die Entwicklung von Bildideen- und deren Ausarbeitung, um Übungen für Hand und Auge oder eine Erinnerung – vielleicht an eine Landschaft oder Episode – handelt, die Zeichnung mit Bleistift oder Tusche ist für Hans Hofmanns (1880-1966) Frühwerk besonders wichtig. Neben Landschaftsskizzen finden sich bei ihm auch zahlreiche Werke, die sich mit dem Menschenbild befassen. Akademische Aktstudien stehen gleichwertig Seite an Seite mit beschwingten Kopfstudien.
Das Betrachten der Zeichnungen ist manchmal wie ein Blick hinter die Kulissen, ein Einblick in die Gedankenwelt des Künstlers oder ein Zeugnis seiner Entwicklung. In Hans Hofmanns graphischem Frühwerk stehen Erzählendes und Abstraktes in einem Bild nebeneinander.

 

 

Führung am Feiertag, Dienstag, 01.05.2018, 15 Uhr

Max Slevogt, Im Grünen – Frau Finkler und Nini Slevogt, 1904. Foto und © mpk
Max Slevogt, Im Grünen – Frau Finkler und Nini Slevogt, 1904. Foto und © mpk

In der Ausstellung „Max Slevogt"
„Der große Impressionist"
Yolanda Guastaferro

Zum 150. Geburtstag einer der wichtigsten Vertretern des deutschen Impressionismus, wird das malerische und graphische Werk Max Slevogts (1868 Landshut – 1932 Leinsweiler) im mpk präsentiert. Slevogts Aufenthalte während der Sommermonate in der Pfalz festigten seine Liebe zu der Region und inspirierten den Künstler zu zahlreichen Landschaftsdarstellungen im impressionistischen Stil. Die umfangreiche Sammlung des Hauses zeigt einen ganzheitlichen Überblick seines Oevres von dunkler akademischer Malerei bis zum luftig leichten Impressionismus.

 

Sonntag, 22.04.2018, 11 Uhr

Franz von Stuck, spielende Faune, 1898. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern © mpk
Franz von Stuck, spielende Faune, 1898. Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Franz von Stuck. Vom Müllersohn zum Malerfürsten"
Dr. Claudia Gross

Ohne Frage hat Franz von Stuck (1863-1928) eine steile Karriere hingelegt. Mit nur 26 Jahren erhält er für sein Gemälde „Der Wächter des Paradieses" eine Goldmedaille, 1892 gehört er zu den Gründungsmitgliedern der Münchner Sezession. Er wird Akademieprofessor, heiratet und beginnt mit der Planung und dem Ausbau der Villa Stuck. Anhand der drei Arbeiten im Bestand des Museums Pfalzgalerie lassen sich Leben und Werk des Künstlers nachvollziehen.

 

 

Sonntag, 15.04.2018, 11 Uhr

Malte Spohr, Berlin 2018. Foto: Bettina Munk, Berlin

Zu guter Letzt
„Malte Spohr –Aufzeichnungen. Arbeiten 1994 bis 2018"
Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit dem Ausstellungskurator Heinz Höfchen und dem Künstler Malte Spohr

Zum Abschluss der Ausstellung besteht nochmals Gelegenheit, inhaltliche und konzeptionelle Fragen zu diskutieren und sich über ästhetische Eindrücke auszutauschen. Der Rundgang durch die Ausstellung „Malte Spohr - Aufzeichnungen" bietet auch die Möglichkeit, im Gespräch anhand markanter Beispiele die wesentlichen Charakteristika der Stilentwicklung und der künstlerischen Konzepte Spohrs herauszuarbeiten.
Malte Spohr gilt als einer der wichtigen zeitgenössischen deutschen Zeichner, sein Werk ist in vielen bedeutenden Sammlungen präsent. Seine Arbeiten beruhen auf eigenen Fotografien, die für ihn die Funktion von Skizzen haben: er reduziert die Aufnahmen am Rechner unter Negierung von Binnenzeichnung auf eine Grundstruktur aus hellen und dunklen Partien, die in ihrer Komplexität und ihrer Übersetzung ins Zeichnerische strukturelle Realität abbilden. In Spohrs Zeichnungen wird Landschaftliches erkundet, Licht- und Strukturphänomene wie Wolkenformationen, Wasserspiegelungen und Lichtreflexe werden transformiert, neu interpretiert und von einer flüchtigen Erscheinung zu einer andauernden Wirkung in der Zeichnung verdichtet. Die Informationen der aufgezeichneten Formen wandeln sich zu changierenden Energiefeldern. Sie suggerieren die Bewegung allen Lebens und öffnen in ihrer Konzentration den uns umgebenden unendlichen Raum.

 

Ostermonatg, 02.04.2018, 15 Uhr

August Macke, Elisabeth am Schreibtisch, 1911. Foto und © mpk
August Macke, Elisabeth am Schreibtisch, 1911. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Höhepunkte der Sammlung"
Dr. Claudia Gross

Bedeutende Frauendarstellungen sind Thema der Führung am Ostermontag. Nicht allein im Portrait sondern auch als Allegorie oder Teil einer mythologischen Geschichte rückt die Frau in den Mittelpunkt der Betrachtung. Dabei wird der Bogen von Gabriel von Max' „Atropa Belladonna" und Arnold Böcklins „Nessus und Deianeira" bis zu August Mackes Bildnis seiner Frau „Elisabeth am Schreibtisch" und Alexander Kanoldts „Jungem Mädchen im rosa Kleid" gespannt.

 

Ostersonntag, 01.04.2018, 15 Uhr

Christus als Schmerzensmann, süddeutsch, Ende 15. Jh., Holz geschnitzt und gefasst. Foto und © mpk
Christus als Schmerzensmann, süddeutsch, Ende 15. Jh., Holz geschnitzt und gefasst. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Glaube und Schmerz"
Dr. Claudia Gross

An Ostern, dem wichtigsten Fest im Christentum, feiern Gläubige die Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat. Schmerz und Tod finden ihren Ausdruck auch in der christlichen Kunst. Auf welche Art und Weise zeigen Künstler des ausgehenden Mittelalters Schmerz und Trauer? Welche Einzel- oder Gruppenfiguren eignen sich besonders zur Darstellung? Diesen Fragen wird am Ostersonntag anhand des Sammlungsbestandes nachgegangen.


Der „Nördlinger Engel" (1462), ursprünglich zur Kreuzigungsgruppe des Hochaltars von St. Georg in Nördlingen gehörend, von Niclaus Gerhaert von Leyden, zeigt die Trauer des Engels über das Ereignis der Kreuzigung. Betrübt hält er eine Hand an seine Wange. Einen besonderen Typus in der christlichen Formensprache stellt der „Schmerzensmann" dar. Christus präsentiert seine Wundmale. Er wird als Leidender gezeigt, zu dem der Betrachter eine innerliche Beziehung aufbauen soll. In diesen Kontext gehört auch die Darstellung der Muttergottes, Maria, mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus, die sogenannte Pietà.

 

Dienstag, 27.03.2018, 18 Uhr

Max Slevogt, Orang Utan, 1901, Öl a.L., mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Gespräch in der Ausstellung „Max Slevogt – Impression und Phantasie"
„Deutscher Impressionismus"
Dr. Heinz Höfchen

Dr. Heinz Höfchen, Kurator der Ausstellung, zeigt im Gespräch Charakteristika der Malerei des deutschen Impressionismus in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts. Dabei wird in der Anschauung herausragender Bildbeispiele Max Slevogts die stilistische Entwicklung der impressionistischen Bewegung verdeutlicht: Es wird herausgearbeitet, dass französischer und deutscher Impressionismus nicht gleichzeitig zur Wirkung gekommen sind und die deutsche Schule nicht als bloßer Import des französischen Impressionismus gewertet werden kann.

 

Sonntag, 18.03.2018, 11 Uhr

Max Liebermann, Bildnis Lola Leder, 1922. Foto und © mpk

Gespräch in der Sammlung
„Verführerisch"
Andrea Löschnig M.A.

Verführung hat viele Gesichter. Der Anziehungskraft so manches Bildnisses, wie beispielsweise Max Liebermanns „Bildnis Lola Leder", kann man sich nur schwer entziehen. Mit ihrem Blick scheint sie den Betrachter gefangen zu nehmen. Doch nicht nur die Bildgattung des Porträts birgt das Potenzial einer verführerischen Kraft. Verführerisch können auf uns verschiedenste Dinge wirken, wobei damit nicht selten auch eine gewisse Gefahr einhergeht. Wir laden Sie ein, der Verführung in unserer Dauerstellung auf die Spur zu kommen.

Das Motiv des Verführerischen hat eine lange Tradition in der Kunst. Beispielsweise antiken Sagen oder bibelgeschichtlichen Zusammenhängen entnommen, wird dieses Thema oft mit einer reizvollen Frauengestalt in Verbindung gebracht. Doch nicht jede der mitunter komplizierten Liebesgeschichten nimmt ein gutes Ende. So auch nicht die Verlockung durch Gefahr oder gar den Tod, ein ebenfalls bekanntes Motiv in Kunst und Lyrik. Es ergibt sich ein ambivalentes Bild, der Mensch kann einerseits der Versuchung widerstehen, oder aber ihr erliegen. Nicht immer liegt dem Verführerischen etwas Ungutes zugrunde, doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass auf die Schwächen, die kleinen und großen Laster des Menschen verwiesen wird. Zahlreiche Werke unserer Dauerstellung zeigen verschiedene Sichtweisen aus unterschiedlichen Kontexten auf das Verführerische. Wir werden sie während unserer Führung durch die Ausstellung näher betrachten.

 

Sunday, March 11th, 2018, 3 p.m.

Image: Ernst Ludwig Kirchner, Frühlingslandschaft (‚spring landscape‘), 1909. Photo and © mpk

Englischsprachige Führung in der Sammlung / English tour in the permanent exhibition
'All things green which sprout and blossom'
Ph.D. Claudia Gross

Spring is back! And with springtime comes a change of the surrounding world. Nature starts awakening from its winter sleep with blooming grass, trees and flowers. Everything emerges from the previous overall grey in bright, fresh colors. Green, white, pink and other vibrant colors introduce the new season and let us enjoy the warmer days even more. This feeling of awakening and the imagery of spring is found in many artworks as well. We will discover several of these works in our permanent exhibition together.

The fascination of spring as the beginning of a new year is connected to all life. Spring is the season of renewal and carefree days where we can have the feeling of a fresh start and new possibilities. Even if the change of seasons is a never ending circle, springtime always conveys a light-hearted feeling and certain associations. Especially within landscape paintings there are many references to this time of year. Some of these are transported via the color scheme in a more abstract way and others directly through a certain motif. During our guided tour visitors will have the chance to see different points of views regarding this topic and discuss various artworks with an expert.

 

Dienstag, 27.02.2018, 18 Uhr

Malte Spohr, sw III 0, 2015, Farb- und Bleistift auf Bütten, Privatbesitz Berlin. Foto Paul Schöpfer, Köln © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Gespräch in der Ausstellung „Malte Spohr – Aufzeichnungen. Arbeiten von 1994-2018"
„Intensität und Rhythmus"
Jessica Neugebauer M.A.

Malte Spohrs Zeichnungen scheinen auf den ersten Blick widersprüchlich. Obwohl sie abstrakt sind wecken die Formen im Betrachter Erinnerungen: Luftaufnahmen von Inselgruppen, Wolken am Himmel oder Satellitenaufnahmen. Im Rundgang durch die Ausstellung werden ausgewählte Werke Spohrs gemeinsam betrachtet und besprochen, sowie auch auf die Technik und den Arbeitsprozess des Künstlers eingegangen.
Spohr setzt mit dem Lineal präzise Linien parallel auf strukturiertes Büttenpapier. Durch verschiedene Abstände, Frequenzen und Intensitäten entstehen Werke die das Sehen des Betrachters herausfordern: fangen die Linien an sich vor dem inneren Auge zu bewegen?

 

Sonntag, 18.02.2018, 11 Uhr

Großes Türschloss mit Drücker und Riegelschließen, 17. Jahrhundert. Foto und © mpk

Zu guter Letzt
„Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Gespräch und letzter Ausstellungsrundgang mit der Ausstellungskuratorin Svenja Kriebel


Zum Abschluss der Ausstellung besteht nochmals Gelegenheit, inhaltliche und konzeptionelle Fragen zu diskutieren und sich über aktuell brisante Fragen bezüglich des Einsatzes neuester IT-Technologie auszutauschen. Der Rundgang durch die Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss" bietet letztmalig die Möglichkeit, an eigens für die Ausstellung entwickelten interaktiven Stationen bewusst Erfahrungen mit Chancen und Risiken von technologisch ausgeklügelter Datenerfassung und deren Auswertungen zu machen.

Die Veränderung der Art und Weise, wie die Menschen Wichtiges vor neugierigen Blicken oder unbefugtem Zugriff einst und heute schützen, ist keineswegs nur ein Akt fortschrittlicher Technologie. Vom Liebesbrief über Wertgegenstände bis hin zur brisanten militärischen Information machen die Exponate der Ausstellung die Veränderung augenscheinlich und werfen Fragen auf nach einem grundlegenden Wandel unserer Gesellschaft. Diskutieren Sie mit Ausstellungskuratorin Svenja Kriebel unterschiedliche Einschätzungen sowohl aus wissenschaftlicher Sicht als auch aus der der Nutzer.

 

Dienstag, 30.01.2018, 18 Uhr

Übergabeschlüssel Herzog Ernst in Etui, Deutschland, Ende 19 Jh., Foto und © Schell Collection, Graz

„Schlüssel und Schlösser: Perfektion handwerklichen Könnens. "
Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data"
Dr. Svenja Kriebel M.A.


Niemand vermag sich ihnen zu entziehen: Schlüssel und Schlösser vergangener Zeiten faszinieren aufgrund ihrer mechanischen Präzision und des handwerklichen Aufwands, mit dem sie hergestellt sind. Hinzu kommt eine mitunter große Liebe zum technischen Detail und zur formvollendeten Verzierung. Einfache und komplexere Schließmechanismen werden vorgestellt und soweit möglich werden sie in ihre kulturgeschichtlichen Zusammenhänge gestellt: Heute können die meisten Schlösser unserer Sammlung keine Funktion im ursprünglichen Sinne mehr ausüben; längst verloren sind die dazugehörigen Holztruhen und -türen.

Die Frage, was sie einst verschlossen oder vor unbefugtem Zugriff geschützt haben mögen, lässt durch die zeitliche Distanz auch über unser heutiges Verhalten nachdenken: Wann reglementieren wir Zugriff oder Zutritt? Wie hoch schätzen wir aktuell eine Grenze zwischen Innen und Außen, Privat und Öffentlich, deren sichtbare Grenzsituation Türen oder Schlössern markieren?

 

Sonntag, 19.11.2017, 11 Uhr

Kenneth Snelson, Greene Street III, 1975-93, rostfreier Stahl, 83,5 x 68 x 23 cm. Foto mpk, © Kenneth Snelson

Gespräch in der Sammlung
„Spannung und Tiefe"
Dr. Claudia Gross

Seile spannen sich zwischen Rohren bei Kenneth Snelsons Skulptur „Greene Street". Linien geben den Werken von Harriet Korman Halt. Ein Drahtgerüst ist Teil des Kunstwerkes „Kleine Minimal-Music Klangwand" von Peter Vogel. Spannung kann auf unterschiedliche Arten ein Kunstwerk prägen. Im Falle von Peter Vogel in mehrfacher Hinsicht, denn auch die elektrische Spannung spielt eine Rolle in dem Objekt aus dem Jahre 1979. Es wird interessant, wenn Tiefe in Raum und Bild als eigenständige oder integrierte Komponente hinzukommt.
Ob in Landschaftsbildern oder akustischen Raumobjekten, Tiefe und Spannung hängen zusammen real oder gemalt. Diesem Kompositionselement spürt die Führung am Sonntagvormittag nach.

 

Reformationstag, 31.10.2017, 15 Uhr

Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk
Paul Kleinschmidt, Gähnende Dame, 1937, Öl auf Leinwand, 113x74 cm, mpk, Gemäldesammlung. Foto und © mpk

Führung am Feiertag in der Sammlung
„Die Hand – Meisterstück der Natur"
Sabrina Noß M.A.

Otto Dix, Max Slevogt und Hermann Scherer: Sie und viele andere große Künstler setzen bei figurativen Darstellungen einen besonderen Körperteil in Szene: Die Hand.
Ob vergrößert und besonders detailreich, eine Geste ausführend oder nicht vorhanden – die Hand hat das Potenzial, einem Motiv Dynamik, tiefere Emotion oder Symbolik zu verleihen.
Die Wirkung und Ausdrucksmöglichkeiten von Händen in Malerei und Skulptur soll in dieser Führung durch die Dauerausstellung des mpk im Vordergrund stehen und durch verschiedene Zeitepochen und Stilrichtungen hinweg ergründet werden.

Einem Meisterstück der Natur gleich ist unsere Hand universales Werkzeug, das gleichzeitig eine Menge über ihren „Besitzer" aussagen kann. Schwielige Arbeiterhände, gepflegte Hände, kleine oder große Hände – nur durch das Betrachten der Hände lassen sich Rückschlüsse auf die betreffende Person ziehen und ihre soziale Stellung erahnen. Darüber hinaus kann die Handgestik sowohl eine bestimmte Handlung unterstreichen, als auch eine symbolische Bedeutung innehaben. Von der mittelalterlichen Kunst über die der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst, die Hand spielt zu jeder Zeit eine bedeutsame Rolle. Sei es in der Bedeutung als Meisterhand, die das Kunstwerk erst fertigt, oder als Motiv und besonderes Darstellungsmittel.

 

Dienstag, 24.10.2017, 18 Uhr

Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk
Dreiteiliges Gefäß für geweihte Öle, Mitte 16. Jh., Leder über Holz, Eisen, mpk, Kunsthandwerkliche Sammlung, Inv.-Nr.: K643. Foto und © mpk

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Werte einst und heute"
Dr. Svenja Kriebel M.A.

Wertvorstellungen prägen unser Verhalten. Aber wie entstehen sie? Sie entstehen, indem wir unsere Welt „bauen". Das Bauen beginnt mit einem Setzen, Stellen, Legen. Bauen heißt Grenzen setzen, Zäune machen, ein Territorium abstecken und den eigenen Besitz schützen.

Und wie richten wir uns im Bau ein? Je nachdem, wie man diese Frage beantwortet, gelangt man zur Ökonomie einer Gesellschaft: ihrer Haushaltsführung, ihren Werten und Bräuchen und damit zu ihrer Ausrichtung. Als seltene Lebensmittel galten einst Zucker, Salz und Gewürze; sie wurden ebenso verschlossen wie opulent gestaltete Handschriften und Dokumente. „Wertvoll" ist ein Beiwort, das das begleitende Gefühl zum realen Besitz anzeigt.

Werte können umgewertet werden: Mit der Möglichkeit ihrer technischen Herstellung wurden Dinge im 19. Jahrhundert zur Massenware. Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind Daten. Ein einzelner Optimierungsparameter in den Modellen der Welt der Data Scientists entscheidet über Nutzen und Gewinn. Hier ist die Verkopplung von Vorfinden und Erfinden, von Setzen und Nehmen außer Kraft gesetzt; geblieben ist die Mathematik und die Welt der Zahlen. Umwertung aller Werte oder Wertverwirrung?

 

Sonntag, 22.10.2017, 11 Uhr

Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum
Enigma, 4-Walzenmaschine (Modell aus der Schweiz). Foto und © Heinz Nixdorf MuseumsForum

Gespräch in der Ausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss?"
„Verschlüsselt"
Bea Roth M.A.

Das Gespräch in der Sonderausstellung „Ohne Schlüssel und Schloss? Chancen und Risiken von Big Data" widmet sich der Kryptologie. Menschen lieben Geheimnisse! Man kann sie im Herzen verschließen, sie weitererzählen oder sogar Geld damit verdienen. Seit es geheime Botschaften gibt, existiert die Verschlüsselung solcher Botschaften. Auf den Spuren der Geschichte der Kryptologie und der heutigen Anwendung von Codierungssystemen im digitalen Zeitalter erläutert die Führung mit der „Enigma" und der Erklärung eines Algorithmus den Zusammenhang von einst und jetzt.

Digitale Verschlüsselung durch Algorithmen ist heute notwendig, wenn man ungestört, das heißt ohne dass jemand mitlesen kann, über den Computer kommunizieren möchte. Begriffe wie Geheimhaltung, Integrität oder Verbindlichkeit werden in im Zusammenhang mit Codierung beleuchtet und erklärt. Wie wird Geheimhaltung heute geübt? Wie wurde in früheren Zeiten sichergestellt, dass Briefe und deren Wege durch die Post von niemand Fremden gelesen und verändert wurden? Diese Themen regen zur Diskussion über digitale und analoge Vor- und Nachteile an.