Joël Ducorroy, Epreuve d’etat, 2007, Aquatinta

Die Graphische Sammlung

 

Mit einem Bestand von rund 20.000 Blatt, vornehmlich des 20. Jahrhunderts, gehört die Graphische Sammlung zu den bedeutendsten ihrer Art im deutschen Südwesten. Die stilistische Abfolge der Künstlergraphik vom Impressionismus bis zu gegenwärtiger Kunst kann dabei auf höchstem qualitativem Niveau belegt werden. Glanzpunkte des Kabinetts sind beispielsweise Werkfolgen von Pablo Picasso, der großen deutschen Expressionisten, von Franz Erhard Walther, Max Slevogt oder Hans Purrmann.

Max Slevogt, Selbstbildnis, um 1899, Bleistift, mpk, Graphische Sammlung. Foto und © mpk

Seit Herbst 2009 stehen im Westrisalit des ersten Obergeschosses des Museums Pfalzgalerie mehrere Räume für Wechselaustellungen mit graphischer Kunst – vornehmlich aus eigenen Beständen - zur Verfügung. Wir bieten hier ein abwechslungsreiches Programm für die Freunde der Graphik und alle diejenigen, die sich vertieft mit graphischen Kunstformen auseinandersetzen möchten.

Die Graphische Sammlung der Pfalzgalerie besteht heute seit rund achtzig Jahren. Es ist also eine relativ junge Sammlung, die nicht wie andernorts auf über Epochen langsam gewachsene Bestände zurückgreifen konnte. Dieser Umstand erklärt ihre Struktur: Wenn auch einige ältere Arbeiten vorhanden sind, handelt es sich doch fast ausschließlich um eine Sammlung von Graphik des 20. Jahrhunderts.

Natürlich hat neben der Hauptsammlung an deutscher Graphik immer wieder auch ausländische Graphik Eingang ins Kabinett gefunden. Hierbei wurde und wird – auch aus der geographischen Situation heraus – ein besonderes Augenmerk auf die französische Kunst unserer Zeit gerichtet. Über die Jahre ist der so stolze Bestand von über 800 Blatt französischer Graphik bzw. Graphik der Ecole de Paris, also ausländischer Meister, die in Frankreich leben, zusammengetragen worden, ein Bestand, um den das Kabinett durchaus beneidet werden kann, und den man nicht unbedingt in einem regionalen Kunstmuseum vermutet.

Wassily Kandinsky, Lyrisches, 1911, Farbholzschnitt, 15 x 21,8 cm. Foto und © mpk

Die chronologische Abfolge der Bestände setzt im späten 19. Jahrhundert ein. Daneben sind es einige Werkbeispiele großer Graphiker wie Rembrandt, Callot, Goya oder Daumier, die in der Konzeption der Sammlung helfen, kunsthistorische Voraussetzungen aufzuzeigen.

Heinz Höfchen