Elisabeth Treskow

Golden Girls - No. 1

26. Juni 2019 - 08. September 2019

Eröffnung:Dienstag, 25. Juni 2019, 19 Uhr

Vorbesichtigung und Pressegespräch
am Freitag,21. Juni, 11 Uhr

und nach Vereinbarung unter Telefon 06313647-201 oder 211.

Das MuseumPfalzgalerie Kaiserslautern zeigt vom 26. Juni bis zum 8. September 2019 Gold-und Silberschmiedearbeiten von Elisabeth Treskow (1898-1992), darunter dieMeisterschaftsschale des Deutschen Fußballbundes sowie zahlreicheEntwurfszeichnungen aus dem Deutschen Kunstarchiv des GermanischenNationalmuseums in Nürnberg.

Elisabeth Treskow zählt in vielfacherHinsicht zu den „Golden Girls". Der Titel der neuen Ausstellungsreihe des mpkzitiert mit einem Augenzwinkern den Grundgedanken einer amerikanischen Sitcomder 1980er Jahre: Ältere Damen diskutieren über sämtliche und so auchemanzipatorische Themen der Gesellschaft. „Golden Girls" wurde zu einer Markefür einen – ungeachtet aller harten Alltäglichkeit – ungebeugten Geist. Im mpkwidmet sich die Ausstellungsserie dem Schaffen von Kunsthandwerkerinnen, dieAußergewöhnliches geleistet haben. Dabei werden auch historische Zusammenhängedeutlich, die insbesondere Frauen auf dem Weg ihrer Emanzipation begleiteten.

„Die Treskow" gilt als Grande Dame derGoldschmiedekunst des vergangenen Jahrhunderts: Ihre Colliers, Armreifen,Broschen und Ringe bestechen durch ein raffiniertes Arrangement derMaterialien. In virtuoser Perfektion verbindet sie die Strahlkraft vonEdelsteinen mit dem Glanz polierten Goldes, elegant unterbrochen durch ein vonGoldkügelchen hervorgerufenes Spiel von Licht und Schatten. Die ausdruckstarkenSchmuckwerke überzeugten die feine Gesellschaft. So reichte ihrAuftraggeberkreis von den Vorständen der Firmen Krupp und RWE, über den Leiterdes Folkwang-Museum bis hin zu Schauspielerinnen wie Magda und Romy Schneider.

Nicht allein ihre Schmuckstücke begeistern,auch als Silberschmiedin war sie überaus erfolgreich und ist es bis heute.Einen ihrer Entwürfe kennt in Deutschland nahezu jeder: die Meisterschale desDeutschen Fußballbundes. Treskow entwarf die Trophäe 1949, zu einer Zeit, inder der Fußball noch viel stärker eine Männerangelegenheit war als heute. DerAuftrag für diesen Siegerpreis war damit eine der öffentlich wirksamstenAuszeichnungen ihrer Arbeit und prominenter Beleg einer herausragenden Karriere.Wir zeigen ein Exemplar, das der Deutsche Fußballbund z.B. im Jahr 2000 anBayern München überreichte. Da vor dem letzten Spieltag der Bundesliga der jeweiligeMeister noch nicht feststeht, müssen in mehreren Stadien Schalen zumÜberreichen vorhanden sein.

Treskow wird 1898in Bochum geboren. Sie beginnt, nachdem sie die Hagener Silberschmiede und dieKunstgewerbeschule Essen besucht hat, 1916 in Schwäbisch Gmünd eine Gold- undSilberschmiedelehre, die sie 1918 in München mit der Gesellenprüfungabschließt. Ein Jahr später macht sie sich in Bochum selbstständig. 1923 ziehtsie mit ihrer Werkstatt nach Essen auf die Margarethenhöhe – der vermutlich wichtigsteSchritt Treskows zu einer Laufbahn, die bis ins hohe Alter von zahlreichen Auszeichnungengekrönt ist, denn Margarete Krupp hatte dort eine Gartenstadt gestiftet, diesich für Künstler zu einer avantgardistischen Kolonie entwickelte.

Wir zeigen über 50Preziosen, darunter Leihgaben aus dem Schmuckmuseum Pforzheim, dem Museum fürAngewandte Kunst in Köln und dem Diözesanmuseum Kolumba Köln, dem KlingenmuseumSolingen sowie aus kirchlichem und privatem Besitz. Ergänzt wird die Schau mitbislang unpublizierten Archivalien und Entwurfszeichnungen aus dem DeutschenKunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums Nürnbergaus dem Nachlass Elisabeth Treskows.

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft mit einem Text von Svenja Kriebel.

Pressefotos

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Muschelförmige Brosche mit Granulation und Steinen, Entwurf: Elisabeth Treskow, Ausführung Gertrud Weber-Vogel, 1967, Gold, Granulit, Saphiercabochon, Feuercabochon, Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln, Inv.-Nr. Ov 020, Köln; Foto: © Rheinisches Bildarchiv, Marion Mennicken.
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Ring mit Edelsteinen und Perlen, Elisabeth Treskow, 1929, Gold, Platin Saphir, Mondstein, Sternsaphir, Perle, granuliert, Köln, Museum für Angewandte Kunst Köln, Inv.-Nr. G1085, Foto: © Rheinisches Bildarchiv, Marion Mennicken
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Elisabeth Treskow als junge Meisterin, Essen, um 1924/25, Foto: Gertrud Hesse, © Rheinisches Bildarchiv

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