Sonderveranstaltungen

Eröffnung, Freitag, 07.02.2020, 19 Uhr

Julia Steiner, Out of Horizon, 2012, Installation Cantonale Thun, Foto: David Aebi, Bern, © Julia Steiner and Galerie Urs Meile, Beijing-Lucerne
Julia Steiner, Out of Horizon, 2012, Installation Cantonale Thun, Foto: David Aebi, Bern, © Julia Steiner

Eröffnung der Ausstellung
„Julia Steiner - Am Saum des Raumes"

Julia Steiner im Künstlergespräch mit :
Dr. Thomas Köllhofer, Kurator Graphische Sammlung, Mannheimer Kunsthalle
Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk Dr. Svenja Kriebel M.A., Kuratorin der Ausstellung

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zeigt großformatige Pinselzeichnungen, Skulpturen sowie Rauminstallationen von Julia Steiner. Die Künstlerin arbeitet auch direkt auf Wänden und Decken in der Eingangshalle und im Treppenhaus des Museums und lässt so vor Ort eine Raumzeichnung im unmittelbaren Sinne des Wortes entstehen.

Zur Eröffnung sitzt das Publikum also schon inmitten der Bildwelt Steiners. Eine gute Gelegenheit, anstelle von Einführungsreden ein Gespräch mit der Künstlerin über ihre Motive und dahinterstehenden Gedanken zu führen. Moderiert von Kuratorin Svenja Kriebel, diskutieren mit ihr Thomas Köllhofer, Kurator an der Kunsthalle Mannheim und die Direktorin des Museums Pfalzgalerie, Britta E. Buhlmann. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Mit den jeweils eigenen Beobachtungen und Raumerfahrungen im „neuen" Museumsfoyer stellen sich rasch Fragen ein.

Was heißt es denn, unmittelbar von einer ungewohnten Bildwelt umgeben zu sein, ohne jeden Rückzugspunkt? Wie fühlt es sich an, die Raumzeichnung nicht als Ganzes erfassen zu können? Mit jeder Bewegung verändert sich der Ausschnitt, was macht das mit der eigenen Position? Zusätzlich lösen sich die Grenzen des Raumes optisch scheinbar auf: reale Ecken verschwinden, fiktive Öffnungen entstehen.

Die Arbeiten Steiners sind von Gegensätzen geprägt. Mit dem Pinsel gezeichnet, haben sie mitunter eine monumentale Größe und strahlen dennoch etwas flüchtig Zartes aus. Rahmenlos wuchern sie über das Papier hinweg und besetzen den Raum. Für den Moment eingefrorene Prozesse – wie Wind, der durch Wolken fegt, die Nacht durchdringendes Licht oder auseinanderberstende Erde – verschaffen sich auf energische Weise Raum. Doch wer ein Motiv erkannt zu haben meint, verliert es alsbald in der dann doch abstrakten malerischen Zeichnung, ihren zarten Grautönen sowie dem scharfen Kontrast von Schwarz und Weiß, und sucht aufs Neue.

Es wundert daher kaum, als thematische Schwerpunkte Steiners, „Raum und Zeit", „Bewegung und Vergänglichkeit" auszumachen. Es sind abstrakte Inhalte, die über die körperliche Wahrnehmung in Gefühl übergeleitet werden. Steiners Werke sprechen aufgrund ihrer Größe unmittelbar das Körpergefühl an, machen es bewusst und verbinden es mit dem Sehen, der Bewegung und jeweils individueller Erinnerung: Raum und Zeit werden als wichtige Wahrnehmungsparameter bewusst und damit zugleich befragbar.

Installative Werke betonen Horizontale und Vertikale, verändern damit das Raumgefühl und machen auch hier Unterschiede von Raumwahrnehmungen deutlich. Gegensätzliche Materialität und Körperlichkeit, die z. B. Papierarbeiten und in verlorener Form gegossene Bronzeskulpturen mit sich bringen, betonen dies. Unterschiedliche Zeitebenen durchdringen sich. Zeichnungen von bis zu acht Metern Länge dokumentieren die Herstellungszeit und den körperlichen Einsatz sowohl der Künstlerin als auch der Betrachter*innen. Ihre notwendige Bewegung macht das Sehen zum vielschichtigen bewussten Prozess. Wir freuen uns, darüber mit zahlreichen Gästen ins Gespräch zu kommen.



Klangfarben, Dienstag, 11.02.2020, 18 Uhr

Hans Purrmann, Bodenseelandschaft mit badenden Jungen, 1922, Öl auf Leinwand, 60,5 x 73 cm, Gemäldesammlung mpk, Foto: Gunther Balzer © Erbengemeinschaft nach Dr. Robert Purrmann, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, www.bildkunst.de
Hans Purrmann, Bodenseelandschaft mit badenden Jungen, 1922, Öl auf Leinwand, 60,5 x 73 cm, Gemäldesammlung mpk, Foto: Gunther Balzer © Erbengemeinschaft nach Dr. Robert Purrmann, © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, www.bildkunst.de

Freunde des Museums Pfalzgalerie Kaiserslautern „Klangfarben"
„Die Natur ist stark und geheimnisvoll"
Vortrag von Dr. Felix Billeter, Fürstenfeldbruck zur Ausstellung „Purrmann, Waldschmidt & Co."

„Die Natur ist stark und geheimnisvoll" äußerte Purrmann, dem Zeit seines Lebens die Naturbetrachtung Ausgangspunkt seines Schaffens blieb. Dabei ist das Farbverständnis Purrmanns erstaunlich! Nicht die illusionistisch genaue Darstellung, sondern der Farbklang, bunt und leuchtend, war ihm wichtig. Purrmann arbeitete in zahlreichen Kunstmetropolen so in München, Berlin, Paris, später in Rom, Florenz und der italienischen Schweiz. „Die Ortswechsel waren für seine künstlerische Praxis bedeutsam und machten Purrmann zugleich zum Akteur in verschiedenartigen Kultur- und Künstlerkreisen", ist im Klappentext zu der von Felix Billeter und Christoph Wagner herausgegebenen Künstlermonografie zu lesen. Wer also könnte besser über das Natur- und damit verbundene Kunstverständnis des Pfälzer Malers Purrmann Auskunft geben, als Kunsthistoriker, Autor und Mitherausgeber Felix Billeter?

Vortrag zu den Naturvorstellungen in Leben und Werk Hans Purrmanns mit Dr. Felix Billeter, Kunsthistoriker, Fürstenfeldbruck

Eintritt: 10 €, für Mitglieder des Freundeskreises 8 €

www.bildkunst.de

Vergangene Termine

Samstag, 30.11.2019, 10.00-16.00 Uhr

Ansicht des mpk mit Bücherstapel, Foto mpk
Ansicht des mpk mit Bücherstapel, Foto mpk

10. Kunstbuchbasar mit Fotoausstellung (Eintritt frei)
Im Foyer
Helga Kolb

Das mpk feiert wieder ein Jubiläum! Anlässlich des 10. Kunstbuchbasars gibt es am Samstag, den 30. November nicht allein den beliebten Verkauf drastisch reduzierter Kunstbücher, -plakate und -postkarten, sondern auch eine kleine Fotoausstellung mit alten Ansichten und Plänen des
mpk – „Impressionen aus 100 Jahren Museum Pfalzgalerie".

Sie gibt Einblicke in die Vergangenheit des Hauses. Es werden Innen-
und Außenansichten des Museums gezeigt, Bilder der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, des Wiederaufbaus sowie der Neueröffnung in den 50er Jahren. Vor allem Fotos und Zeichnungen des ehemals so prachtvollen Entrees werden so manchen überraschen. Ergänzt wird die Ausstellung durch Bestandskataloge der Erwerbungen des Museums.

Darüber hinaus bietet das Museumscafé an diesem Tag eine feine Auswahl an Getränken und Kuchen!

Die Fotoausstellung ist vom 30. November bis 29. Dezember 2019 zu sehen.

Freier Eintritt, auch zu allen anderen Ausstellungen im Haus

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